Heftige Niederschläge haben in der Nacht in der Schweiz und in Teilen Deutschlands Straßen überflutet und Keller unter Wasser gesetzt. Allein in Hamburg rückte die Feuerwehr 100 Mal aus. Und die nächsten Tage wird es weiterregnen.

Ein heftiges Gewitter hat am Mittwochabend Teile von Hamburgs Westen unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr rückte zu insgesamt 100 Einsätzen aus, um vollgelaufene Keller auszupumpen oder Überschwemmungen zu beseitigen, sagte ein Sprecher. Autofahrer fanden sich im Bereich des Autobahndreiecks Nordwest (A 7/A 23) in einer Seenlandschaft wieder.

Was vom Platzregen übrig blieb: Überschwemmungen in Berlin

Was vom Platzregen übrig blieb: Anwohner begutachten die Hochwasserschäden in Roche in der Schweiz. (© Foto: dpa)

Anzeige

Die Strecke war auf 400 Meter Länge 20 Zentimeter hoch überflutet. Im Stadtteil Eidelstedt setzte der Regen, der bis zu 40 Liter je Quadratmeter erreichte, in Reihenhäusern die Keller unter Wasser. Zwei Autohäuser in Lokstedt meldeten ebenfalls Überschwemmungen.

Im baden-württembergischen Landkreis Lörrach standen mehrere Straßen unter Wasser. "Wir hatten viele Notrufe", sagte ein Polizeisprecher. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Einige Keller liefen voll Wasser. Zudem seien mehrere Bäume umgestürzt. Zeitweise habe auch ein Teilstück der Autobahn A 5 bei Efringen-Kirchen unter Wasser gestanden.

Mehr als 20 Mal musste die Feuerwehr im thüringischen Altenburg ausrücken, um Keller leerzupumpen. An einigen Stellen drückten die Wassermassen auch Gullydeckel aus ihren Verankerungen. Bereits am Mittwochabend waren bei einem Gewitter in Schleswig-Holstein im Kreis Herzogtum Lauenburg Straßen überflutet worden. Das Wasser lief auch dort in Keller. Die Feuerwehr zählte innerhalb einer Stunde mehr als 50 Einsätze.

Sorgen bereitet den Behörden im Südwesten der Pegel des Rheins. Bereits am Mittwoch hatte die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale (HVZ) mitgeteilt, dass der Schifffahrt am Oberrhein wegen der stark steigenden Wasserstände in der Nacht zum Freitag ein Fahrverbot drohe. Ein Grund für den massiven Anstieg des Rhein-Wasserstandes sind die starken Regenfälle in der Schweiz.

Hochwasseralarm in der Schweiz

Am Mittwochabend war in der Schweiz in mehreren Kantonen Hochwasseralarm ausgelöst worden. Vielerorts traten Bäche und Flüsse über die Ufer, Dutzende Straßen und Bahnverbindungen waren unterbrochen, berichtete die Agentur SDA.

Prekär war die Lage vor allem in Teilen der Kantone Bern und Soluthurn sowie Romandie. So lag die Wassermenge in der Aare in der Stadt Bern am frühen Donnerstagmorgen weiter über der Gefahrengrenze. Wassersperren wurden errichtet, Anwohner türmten Sandsäcke auf, drei Campingplätze wurden evakuiert. In der Stadt Basel wurde der Warnzustand ausgerufen. Der Krisenstab schloss nicht aus, dass der Rhein auch hier über die Ufer tritt.

Im Kanton Luzern im Littauerboden wurde ein Mensch von einem angespülten Baumstamm getroffen und schwer verletzt. In Malters wurden 65 Menschen aus gefährdeten Gebäuden evakuiert. In Olten im Kanton Solothurn überflutete die Aare Teile der Stadt und richtete große Schäden an.

Unter anderem stürzte ein Gebäude ein, und die Stromversorgung brach teilweise zusammen. In anderen Regionen entspannte sich die Lage etwas. So sank der Pegel der Aare in Bern nach seinem Höchststand am späten Mittwochabend wieder.

Das Wetter bleibt auch in den nächsten Tagen ein Mix aus Wolken, Regen, Gewitter und Sonne. Am Donnerstag ist es im Westen, Süden und in der Mitte Deutschlands unbeständig mit vielen Wolken und Regen. Örtlich kann der kräftige, teils mit Gewittern durchsetzte Regen länger anhalten und zu Überflutungen führen.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...

(dpa)