Nach dem Großbrand in einem Kölner Chemiewerk sind leicht erhöhte Giftwerte festgestellt worden. Anwohner mussten Fenster und Türen geschlossen halten. Die Ursache des Unglücks ist weiterhin unklar.

Nach dem Großfeuer in dem Kölner Chemiewerk Ineos sind an drei Stellen in der Umgebung der Fabrik Grenzwerte für das giftige Acrylnitril leicht überschritten worden. Dies hatten Messungen in den frühen Morgenstunden ergeben.

Großbrand in Chemiewerk; ddp

Flammeninferno in Köln: Aus dem Chemiewerk Ineos steigt schwarzer Rauch auf. (© Foto: ddp)

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Vorsorglich wurden die Anwohner aufgefordert, auch am Dienstagvormittag noch Fenster und Türen geschlossen zu halten. "Im Grunde genommen sehen wir hier keine Gefährdung, aber wir wollten auf Nummer sicher gehen", sagte Hans Hagen von der Werksfeuerwehr. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Patrick Giefers, sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz: "Wir bedauern diese Unannehmlichkeiten und verstehen sehr gut die Angst, die die Bevölkerung hat". Einen Tag nach dem Unglück stehen die Ursache und die Höhe des Schadens noch nicht fest.

Der Brand war am Montag von einer 15 Meter hohen Stichflamme in einer undichten Ethylen-Gasleitung ausgelöst worden. Wie es dazu kommen konnte, ist noch unklar. Die Flamme griff auf einen Tank mit hochgiftigem Acrylnitril über, den die Feuerwehr erst in der Nacht zum Dienstag mit einem Schaumteppich abdecken konnte.

Für die Kölner Feuerwehr war es der größte Brandeinsatz seit dem Zweiten Weltkrieg. 1200 Feuerwehrleute halfen mit, zeitweise wurden jede Minute 55.000 Liter Wasser verbraucht.

Das größte Problem für die Feuerwehr war der brennende Tank mit dem Acrylnitril. Der Tank wurde zunächst gekühlt, dann erstickte die Feuerwehr die Flammen mit einem Schaumteppich, für den riesige Mengen Wasser aus dem Rhein gepumpt wurden. Der "große Schaumangriff" wie ihn die Feuerwehrleute nannten, musste gleich beim ersten Mal Erfolg haben, da sonst noch schwerer zu kontrollierende chemische Reaktionen möglich gewesen wären.

Drei Menschen wurden wegen Hautreizungen ärztlich behandelt, teilte die Stadt Köln mit. Zwei Mitarbeiter eines nahe gelegenen Supermarktes wurden in einem Krankenhaus untersucht, konnten aber wieder gehen, da nichts festgestellt wurde. Am Dienstag schlossen vorsorglich einige Kindergärten, da sich die Bevölkerung nur so wenig wie möglich ins Freie begeben sollte.

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(dpa/cag/schä)