Bei einem erneuten Busunglück sind nördlich von Lyon mindestens 28 Deutsche getötet worden. 47 Insassen wurden verletzt. Der Busfahrer soll auf der nassen Fahrbahn mehr als 110 Kilometer pro Stunde gefahren sein.

Nur neun Tage nach dem tragischen Busunglück in Ungarn sind bei einem neuerlichen Busunfall in Südfrankreich mindestens 28 Urlauber aus Deutschland ums Leben gekommen. 47 weitere Insassen wurden nach Angaben der Präfektur verletzt, acht von ihnen schwer. In dem Bus aus der Nähe von Hannover befanden sich insgesamt 74 Menschen: zwei Fahrer und 72 Fahrgäste.

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Der Bus verunglückte am frühen Morgen gegen 5 Uhr auf der Autobahn nördlich von Lyon. Der Bus durchbrach Augenzeugen zufolge eine Leitplanke, rutschte die mit Gras bewachsene Böschung hinunter und prallte gegen einen Strommast, bevor er auf dem Dach zu liegen kam.

Bus fuhr schneller als 110 Kilometer pro Stunde

Der Bus sei die ganze Nacht in Richtung Spanien unterwegs gewesen, hatte aber entsprechend der Vorschriften zwei Fahrer an Bord, die sich abwechseln konnten. Ersten Zeugenaussagen zufolge fuhr der Bus bei regnerischem Wetter offenbar schneller als 110 Kilometer pro Stunde. Erlaubt seien bei Regen lediglich 90 Kilometer pro Stunde, wie die Polizei mitteilte.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat den Angehörigen der Opfer sein "tief empfundenes Beileid" ausgesprochen. Außerdem wünschte er den Verletzten baldige Genesung. Wie das Bundespresseamt berichtete, sind zwei Psychologen des Auswärtigen Amtes auf dem Weg zum Unfallort, um den Betroffenen zur Seite zu stehen.

Der Bus hatte Reisende aus zahlreichen norddeutschen und nordrhein-westfälischen Städten abgeholt. Zumindest einige der Fahrgäste hatten die Reise in einem Preisausschreiben gewonnen.

Das Auswärtige Amt in Berlin richtete eine Service-Hotline ein. Unter 030-5000-1000 können besorgte Angehörige anrufen und Informationen über die in Frankreich verunglückten Busreisenden bekommen, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mitteilte.

(sueddeutsche.de/AP/dpa)

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