Ein türkischer Frachter, aus dem seit etwa einer Woche Diesel und Phosphat ausströmen, fügt der madagassischen Unterwasserwelt großen Schaden zu.

Schildkröten, Wale, Fische - die Wassertiere an der Küste Madagaskars sind akut bedroht. Der Grund: Ein vor der Tropeninsel havarierter türkischer Frachter hat nach Medienberichten im Süden Madagaskars eine Umweltkatastrophe ausgelöst.

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Das 189 Meter lange und 30 Meter breite Frachtschiff MS Gulser Ana war mit 39.000 Tonnen Phosphat an Bord Ende August drei Kilometer vor dem südlichen Zipfel der Insel in Seenot geraten. Seitdem gelangten aus dem von der Besatzung aufgegebenen Schiff nach Angaben der Zeitung L'Express 383 Kubikmeter Diesel und 7000 Liter öl- und fäkalienverseuchtes Abwasser sowie ein Teil des Phosphats ins Meer.

Der Küstenstreifen von Cap Sainte Marie bis Faux Cap sei verschmutzt. Zahlreiche tote Fische wurden angeschwemmt. Der Krisenstab der Regierung hat den Anwohnern den Verzehr von Meerestieren und den Fischfang in der Region untersagt. Neun ausländische Experten sollen der Bevölkerung mit spezieller Ausrüstung bei der Uferreinigung helfen.

Algenwachstum befürchtet

Der Politiker Laurent Ampilahy von der Grünen-Partei befürchtet wegen des hohen Phosphatanteils im Meer ein explosionsartiges Ansteigen des Algenwachstums, das das ökologische Gleichgewicht durcheinanderwirbeln könnte. Die Ursache der Havarie gilt weiter als ungeklärt. Die madagassische Regierung warte auf eine Stellungnahme des Eigentümers.

Die Rettungsboote, die die 23-köpfige Besatzung - 21 Türken und zwei Indonesier - vom Frachter holten, hatten von schwarzem Rauch über dem Schiff berichtet.

Die Gegend um Cap Sainte Marie ist seit 1962 ein Schutzgebiet für seltene Landschildkröten und eine einzigartige Unterwasserwelt. Zudem ist das abgeschiedene Kap für Touristen ein idealer Aussichtspunkt zur Beobachtung vorbeiziehender Buckelwale.

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(sueddeutsche.de/dpa/abis)