Umstrittener Xavas-Song Naidoo und Kool Savas weisen Vorwürfe zurück

Homophobie, Gewaltverherrlichung und Volksverhetzung werden ihnen unterstellt. Nun haben Xavier Naidoo und Kool Savas auf die Anschuldigungen wegen eines gemeinsamen Songs reagiert. "Unverständlich" findet es Naidoo, wie man den Titel "Wo sind" falsch interpretieren könne.

Haben unter dem Namen Xavas gemeinsam ein Album aufgenommen: Xavier Naidoo und Kool Savas.

(Foto: dapd)

Xavier Naidoo und Kool Savas wehren sich gegen Vorwürfe der Volksverhetzung und Gewaltverherrlichung. Die Jugendorganisation der Partei Die Linke, die Linksjugend Solid, hatte Anzeige wegen des Liedes "Wo sind" des Musikprojektes Xavas erstattet, weil dieses Gewalt verherrliche und schwulenfeindlich sei.

In einer gemeinsamen Stellungnahme auf der Homepage des Projektes erklärte der Rapper Savas (37) nun: "Ich möchte klarstellen, dass es nie die Absicht unseres Liedes war, Homosexualität und Pädophilie gleichzusetzen oder zur Gewalt gegen Menschen aufzurufen."

Im Liedtext geht es in sehr vulgärer Sprache um pädophile Morde an Kindern. Es fallen Sätze wie "Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten." Auch der Satz "Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?", ruft Kritik hervor.

Naidoo (41) erklärte, der Ruf gelte natürlich "unseren aktuellen Führern", also den Verantwortlichen in Politik, Medien und bei den Ermittlungsbehörden. "Es ist mir unverständlich, wie man das falsch interpretieren kann." Naidoo - der mit sanften Hits wie "Dieser Weg" Erfolge feierte - verweist auch darauf, dass er als Kind selbst in die Hände eines Pädophilen geraten sei. Als Achtjähriger war Naidoo vom Gärtner seiner Tante missbraucht worden. "Wenn ich in meinem Leben eines erreichen möchte, dann, dass nie wieder Kinder auf diese furchtbare Weise ums Leben kommen."

Die Solid-Anzeigen waren bei mehreren Staatsanwaltschaften eingegangen, die Behörde in Mannheim prüft die Vorwürfe derzeit noch. Ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, ist noch nicht entschieden. Die Berliner Staatsanwaltschaft erklärte sich für nicht zuständig und verwies auf die Kollegen in Mannheim.