Umfrage und Wirkung Die Klischees der Geschlechter

"Brigitte" wollte wissen, wie der Traummann aussieht. Das Ergebnis ist erschütternd - für Männer. Jedenfalls für solche wie Markus C. Schulte von Drach.

Vorsicht: Dieser Text ist politisch nicht korrekt. Das hat die Wahrheit, über die ich hier schreibe, nunmal häufig so an sich.

Die Frauenzeitschrift Brigitte hat Frauen nach ihrem Traummann befragt. Und wieder einmal erfahren wir Männer, was das andere Geschlecht an uns wirklich liebt.

91 Prozent der befragten Frauen haben erklärt, ein gebildeter Mann sei ihnen lieber als ein gut gebauter. Und 61 Prozent hätten lieber einen fleißigen Helfer im Haushalt als einen guten Liebhaber.

74 Prozent wollen statt einem berechenbaren Partner lieber einen, der sie überrascht. Und 76 Prozent hätten lieber einen, der über Gefühle spricht, als einen mit beruflichem Erfolg.

Vier von fünf Frauen hätten gern einen entschiedenen selbstbewussten Partner, keinen schüchternen.

Und ordentlich angezogen sein muss er. Nur zwölf Prozent war es egal, ob dem Mann sein Äußerliches egal ist.

Als idealer Partner sollten wir uns also folgendermaßen verhalten: Bekleidet mit einer schicken Haushaltsschürze von Dior überraschen wir unsere Partnerin abends damit, dass wir den seit Monaten geplanten Kinobesuch spontan absagen, da Filme mit Tom Cruise uns wirklich zu blöd sind. Über die Enttäuschung auf dem Gesicht unserer Frau lachen wir herzlich und weisen sie dann darauf hin, dass man sich als beruflicher Versager ja eigentlich sowieso kein Kino leisten kann - was uns übrigens natürlich furchtbar belastet. "Und lass bitte die Finger von meinem Hintern, das lenkt mich vom Einräumen der Spülmaschine ab."

Im Ernst: Vielleicht gehören die befragten Frauen einer anderen Generation an als ich. Ich gehöre zur Generation "Neue Männer braucht das Land". Das ist die nach der Generation "Peace. Nimm noch `nen Zug." Und die vor der Generation: "Wir sind schon mit Zwölf erwachsen und haben ein Recht auf Spaß."

Uns haben Frauen mit einem Lied von Ina Deter erklärt, dass sie schöne Männer wollen, die nett sind im Bett.

Während der intensivsten Beziehungs-Testphase, also in der Zeit zwischen Grundschule und Steuerpflicht, hat das Verhalten meiner Altersgenossinnen die Sängerin bestätigt: Für jemanden wie mich war die schlimmste Konkurrenz der gut gebaute Macho, dessen Intelligenz nur zu charmanten Komplimenten reichen musste. Eine wichtige Eigenschaft war auch, bereits möglichst vielen Ex-Freundinnen das Herz gebrochen zu haben.

Verstanden habe ich das nicht.

Aber ich bin auch kein Frauenversteher.

Und deshalb hat mich auch die schönste Frau der Welt geheiratet.