Seine Herrschaft kostete Millionen Menschen das Leben. Doch in Russland bleibt Josef Stalin eine der populärsten historischen Persönlichkeiten.
Josef Stalin bleibt in Russland trotz der von ihm begangenen Grausamkeiten eine der beliebtesten historischen Persönlichkeiten. In einer Umfrage des staatlichen Fernsehens landete der berüchtigte Diktator vor der Endabstimmung am Sonntagabend auf dem dritten Platz.
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Der Diktator als Held - hier eine Aufnahme von den Feierlichkeiten zum 130. Geburtstag Josef Stalins am 21. Dezember 2008. (© Foto: AFP)
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Von den Befragten nannten 11,5 Prozent Stalin als ihren Favoriten - geringfügig mehr Stimmen erhielten lediglich Fürst Alexander Newski, der im 13. Jahrhundert einen Angriff von Rittern des deutschen Ordens zurückschlug, sowie Pjotr Stolypin, der als Ministerpräsident Anfang des 20. Jahrhunderts im Zarenreich die Agrarwirtschaft reformierte und gegen linke Revolutionäre vorging.
Die fast 30-jährige Herrschaft Stalins bis zu seinem Tod 1953 kostete Millionen von Menschen das Leben. Sie verhungerten während der Kollektivierung der Landwirtschaft, wurden als "Staatsfeinde" exekutiert oder starben in den als Gulag bekannten Zwangsarbeitslagern. Menschenrechtler erklären die Beliebtheit Stalins vor allem damit, dass er die Sowjetunion im zweiten Weltkrieg erfolgreich gegen den Angriff der Wehrmacht verteidigte. Vor allem jüngere Russen hätten dagegen kaum Kenntnisse über die grausame Kehrseite seiner Herrschaft.
Die kommunistischen Anhänger Stalins erinnern zudem gerne daran, dass Russland unter Stalin zu einer Supermacht und Industrienation aufstieg.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(Reuters/AFP/bilu)
Schön, dass Sie Stalin so toll finden. Ich denke Leute wie Sie, die bereitwillig diese Figuren und diese Ära verklären sind Schuld daran, dass das Gedankengut in Gestalt der Linkspartei auch heute noch so erfolgreich bei jeder Neiddebatte ist.
Und Sie sind doch wohl nicht so naiv zu glauben, sie würden es diesmal anders machen, wenn sie erst wieder die Macht ergreifen konnten? Besser heute verbieten als morgen!
Stalin beliebter als Saakaschwili ;-)
....dass der Westen versucht die stalinistische Zeit mit der Zeit des dritten Reiches Deutschland zu vergleichen. Man kann aber seine Meinung nicht aufzwingen.Da scheinen wohl zwei verschieden Sichten hinsichtlich dieser historischen Zeit aufeinanderzuprallen. Ausserdem finde ich den Vergleich provokativ gegenüber Russland.
statistisch nicht relevant:
Wie repräsentativ sind die Stimmengeber?
Kontrollgruppen?
Wer durfte abstimmen?
Wie viel Prozent der Bevölkerung hat abgestimmt?
Konnte man seine Stimme mehrfach abgeben? Ja!
Wie verhalten sich die abgegebenen Stimmen zur Zahl der nicht abgegebenen Stimmen?
statistisch nicht relevant???
Anscheinend war die Auswahl nicht auf ein paar wenige Kandidaten beschraenkt. Und selbst in unserem 5-Parteien-System wuerden Sie Gruenen, Linkspartei oder FDP auch nicht als Wahlanalyse vorschlagen, dass ihr Anteil an Waehlerstimmen "statistisch nicht relevant" sei und sie die Regierungsbildung doch bitte den anderen Parteien ueberlassen sollen...
Ich finds immer wieder interessant zu sehen, wie die SZ Leserschaft aus purer Romantik die russische Seele umdichtet und verwestlicht. Sprechen Sie mal mit Russen. Machen Sie sich mal schlau, was in diesem Land gerade WIRKLICH passiert. Propaganda, Paranoia, Verklaerung. Und das ganze funktioniert, weil die Leute dort NICHT so denken wie wir. Der Blick auf die Geschichte ist anders, die Einstellung zu Autoritaet und Macht eine vollkommen verschiedene.
Paging