Umbenennung einer Straße Kölner fordert eine "Edward-Snowden-Straße"

Ein Denkmal für den Whistle-Blower: Wenn es nach dem Kölner Willie Obst geht, liegt das Bundesamt für Verfassungsschutz bald an der Edward-Snowden-Straße. Heute beschäftigt sich die Bezirksvertretung mit dem Vorschlag.

Der Kölner Willie Obst ist ein Fan von Edward Snowden. Um seine Bewunderung auszudrücken, möchte er seinem Idol gerne ein ganz besonderes Geschenk machen. Er fordert, dass in Köln eine Straße nach ihm benannt wird. Aber nicht irgendeine Straße soll zukünftig den Namen des wohl bekanntesten Whistleblowers der Welt tragen, sondern keine weniger als die Merianstraße in Köln-Chorweiler, an der das Bundesamt für Verfassungsschutz liegt.

Wie der WDR berichtet, hat Obst einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksvertretung gestellt, die heute von 17 bis 19 Uhr offiziell über den Wunsch des Kölners beraten wird. Obsts Begründung: "Man sollte Edward Snowden für sein gefährliches Engagement für den Schutz der Privatsphäre ehren."

Die Bezirksvertretung scheint den Antrag des Kölners durchaus ernst zu nehmen und hat ihn offiziell eingeladen, damit er sein Anliegen persönlich vortragen kann. Um zu unterstreichen, wie wichtig Obst seine Forderung ist, hat er zusätzlich eine Demonstration vor dem Bezirksrathaus im Kölner Norden angemeldet, berichtet der WDR.

Umsetzung eher unwahrscheinlich

Dass Obsts Wunsch bald in Erfüllung gehen wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Die entscheidungsbefugten Politiker zeigen sich skeptisch. "Ich sehe das Ganze mit einem Schmunzeln, aber wir werden den Antrag trotzdem ablehnen", sagt der SPD-Franktionsvorsitzende Jürgen Kircher zu Süddeutsche.de. Man müsse schließlich auch die Anwohner fragen, ob sie zukünftig in der Edward-Snowden-Straße leben möchten. Für die wäre eine Adressänderungen schließlich aufwendig und mit Kosten verbunden, so Kircher.

Hinzu komme, dass Straßen nur nach Menschen benannt werden, die einen einwandfreien Leumund haben. Um hier ganz sicher zu gehen, wird diese Ehre in der Regel nur Verstorbenen zuteil, weil sich die Bewertung eines Lebenswerks im Laufe eines Lebens noch verändern kann.

Es scheint nicht das erste Mal, dass Obst unter Kommunalpolitikern in Nordrhein-Westfalen für Aufsehen sorgt. Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, hat ein Kölner namens Willie Obst Ende letzten Jahres versucht, den Verkauf von Haschisch zu legalisieren - mit wenig Erfolg, aber großer Hartnäckigkeit. Nachdem sein Antrag in Köln abgelehnt worden war, hat er es auch in Remscheid, Troisdorf, Niederkassel und Bergisch Gladbach probiert.

Auch dieses Mal will sich Obst nicht so leicht geschlagen geben, er ist sich sicher, dass Deutschland unbedingt eine Edward-Snowden-Straße braucht. Deshalb hat er bereits angekündigt, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln, falls sein Antrag heute scheitert.