Thailands Marine fährt großes Geschütz auf, um nach der Flutkatastrophe auf Inseln festsitzende Touristen zu retten. Die meisten deutschen Reiseveranstalter bieten an, Thailand-Trips kostenlos zu stornieren.
Flugzeugträger statt Ferienflieger: An den Bemühungen, Tausende Touristen von überschwemmten thailändischen Urlaubsinseln fortzubringen, hat sich am Donnerstag auch die Armee beteiligt. Der einzige Flugzeugträger der thailändischen Marine, die Chakri Naruebet, legte wieder am Stützpunkt Sattahip südöstlich von Bangkok an.
Bild vergrößern
Die Marine im Dienst der Touristen: Thailand stellte seinen einzigen Flugzeugträger ab, um Urlauber von den abgeschnittenen Inseln zu retten. Hier erklimmt ein Tourist die Bordwand. (© dpa)
Anzeige
An Bord waren 734 Urlauber, darunter 532 Ausländer. Sie waren von den Inseln Koh Tao und Koh Phangan zu dem Flugzeugträger gebracht worden. Die Marine kündigte an, dass im Laufe des Tages mehrere Fregatten weitere gestrandete Urlauber abholen sollten.
Lage entspannt sich
Eine Woche andauernder Regen hatte in Südthailand Überschwemmungen verursacht, durch die auch Straßen und Zugstrecken blockiert wurden. Betroffen von den Auswirkungen des Dauerregens waren auch Tausende Touristen auf Urlaubsinseln im Golf von Thailand und in der Andamanensee vor der Südwestküste des Landes, weil Fährverbindungen und Flüge gestrichen wurden.
Die Lage in den Touristengebieten begann sich am Donnerstag zu entspannen. Der Flugverkehr von und zur Insel Koh Samui im Golf von Thailand normalisierte sich, wie die Fluggesellschaft Bangkok Airways mitteilte. Die Sprecherin des Deutschen Reiseverbands, Sibylle Zeusch, sagte, dass derzeit etwa 1500 deutsche Gäste auf Koh Samui seien.
Nur wenige von ihnen hätten wegen der Überschwemmungen Beeinträchtigungen hinnehmen müssen. So seien manche wegen Wasserschäden in Hotels in andere Unterkünfte verlegt worden. Für die Urlauber, die ab- und anreisen wollen, habe sich die Lage "deutlich entspannt", sagte Zeusch. Wegen des Rückstaus nach der zeitweisen Aussetzung des Flugverkehrs böten manche deutsche Veranstalter die Möglichkeit an, umzubuchen.
Vize-Ministerpräsident Suthep Thaugsuban erklärte, dass der Fährverkehr von den Inseln Koh Samui und Koh Phangan wieder aufgenommen worden sei. Kleinere Inseln wie Koh Tao seien aber vom regulären Schiffsverkehr weitgehend abgeschnitten.
Umbuchungen möglich
"Tausende Touristen saßen dort fest und es gab nicht genug Essen und Wasser, so dass wir ihnen zuerst helfen mussten", erklärte Suthep. Mehrere deutsche Veranstalter haben deshalb ihre Reisen zur thailändischen Ferieninsel Koh Samui für die kommenden Tage abgesagt. Thomas Cook hat alle Reisen bis zum 5. April gestrichen, Gäste können kostenlos umbuchen und stornieren. Auch bei Tui sind Reisen auf die Insel bis zum 5. April abgesagt, kostenlose Umbuchungen und Stornierungen seien möglich.
Die Rewe Touristik hat ihre Reisen nach Koh Samui dagegen nicht gestrichen. Urlauber könnten Reisen aber bis zum 3. April kostenlos umbuchen und stornieren. Beim Veranstalter FTI sind freie Stornierungen und Umbuchungen für Reisen bis zum 4. April möglich.
Nach den heftigen Überschwemmungen und Erdrutschen in Thailand mit mindestens 15 Toten beteiligte sich die Armee zudem an der Suche nach möglichen weiteren Todesopfern. In der südliche Provinz Krabi seien rund 150 Soldaten mit Spürhunden im Einsatz, um nach einem Erdrutsch nach Vermissten zu suchen, sagte ein Armeesprecher. Bislang gebe es zwei Todesopfer. In ganz Krabi wurden nach Behördenangaben bis zu zehn Menschen nach Erdrutschen vermisst.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
- Flut in Thailand Touristen sitzen im Urlaubsparadies fest 30.03.2011
- Reiseführer Thailand Reiseführer 01.04.2011
- Bangkok im Wandel Der Weg zum Erfolg 11.03.2011
- Prozess in Lüneburg HIV-infizierter Sex-Tourist muss in Haft 03.03.2011
- Asien-Reisen: Thailand Durch den Tunnel ins Elysium 22.02.2011
- Thailand und Kambodscha Blutiger Kampf um Heiligtümer 08.02.2011
(dpa/AFP/mob/feko/dmo)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Und die Bürger der Bundesrepublik finanzierten denen unfreiwillig ein Frühwarnsystem.
Deutschland hat keinen Flugzeugträger, braucht den auch nicht. Hatte aber mal einen einzigen, die "Graf Zeppelin".