Fast 40.000 Menschen müssen vor den Fluten fliehen, und noch immer brechen die Dämme: Im Mittleren Westen der USA hat sich die Lage dramatisch zugespitzt.

Berstende Dämme, immer mehr Land unter Wasser und möglicherweise schon bald neue Regenwolken am Horizont: In den Flutgebieten im Mittleren Westen der USA hat sich die Lage am Mittwoch dramatisch zugespitzt.

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Schweine liegen auf einem Dach in Oakville in Iowa. (© Foto: AFP)

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Nach dem Bruch eines Dammes am Mississippi bei Gulfport im US-Staat Illinois hielt binnen weniger Stunden am Morgen unweit davon ein zweiter Deich dem Wasserdruck nicht mehr stand.

"Es ist ein trauriger Tag", sagte Sheriff John Jefferson aus dem betroffenen Bezirk Hancock. "Die Menschen haben so viel Arbeit dort hineingesteckt, und dann war alles umsonst." Mehr als zwei Dutzend weitere Deiche entlang des Flusses drohten nach Einschätzung von Armeeexperten in den nächsten Tagen zu brechen, berichtete der US-Fernsehsender CNN.

"Das ist hier eine sehr kitzlige Situation", sagte ein Korrespondent. Flussabwärts bereiteten sich die Menschen auf die Ankunft der Flutwelle vor. Am Mittwoch zeigte sich das Wetter zunächst von seiner besten Seite mit Sonne und strahlend blauem Himmel. Laut Vorhersage muss aber bereits am Donnerstag mit neuem Regen gerechnet werden.

Unterdessen wurden den Angaben zufolge auch Tausende Mitglieder der US-Nationalgarde mobilisiert, um die zahllosen Freiwilligen beim Füllen von Sandsäcken zu unterstützen und Wasser abzupumpen. Nach den jüngsten Dammbrüchen wurde weiteres Ackerland überspült; Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Die Fluten, die in den vergangenen Tagen weite Teile des Staates Iowa unter Wasser gesetzt hatten, gingen nach einem Bericht der New York Times zwar inzwischen etwas zurück. Doch drohe neuer Regen den Mississippi weiter anschwellen zu lassen, wodurch Städte und Ortschaften flussabwärts in den Staaten Illinois und Missouri mit Überschwemmungen rechnen müssten, sagte Eddie Brooks vom Ingenieurkorps der US-Armee.

Mindestens 26 Dämme in den drei Staaten könnten brechen, sollten sie nicht mit Millionen von zusätzlichen Sandsäcken stabilisiert und geschützt werden.

Selbst dort, wo das Wasser langsam fällt, werde es noch lange dauern, ehe die Menschen ungefährdet in ihre Häuser zurückkehren können, sagte ein Sprecher der Nationalgarde.

In Iowa machte sich derweil vorsichtiger Optimismus breit: Bis Mittwochmorgen (Ortszeit) gab es keine weiteren Dammbrüche, wie die Zeitung Des Moines Register in ihrer Onlineausgabe meldete. "Ich glaube, alles wird halten" sagte ein Sprecher der Nationalgarde dem Blatt.

Alleine in Iowa sind bei den Unwettern in den vergangenen Wochen mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Ernten im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar, umgerechnet 650 Millionen Euro, wurden zerstört. Beinahe 40.000 Menschen mussten vor den Fluten fliehen. Bislang stellte die Bundesregierung in Washington Hilfen und Ausrüstung im Wert von vier Millionen Dollar zur Verfügung.

US-Präsident George W. Bush hatte am Dienstag die rasche Unterstützung der Flutopfer versprochen. Er will die Region am Donnerstag besuchen.

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(dpa/gdo/cag)