Bei Maischberger, Kerner und Beckmann gibt es keine Politiker, Geschäftsleute und andere Durchstecher mehr, sondern nur noch Menschen, und mit Menschen kann man doch über alles reden.
Vor ein paar Jahren, da war er noch der König von der Saar und auch in den dunkleren Gassen seiner Hauptstadt ein gern gesehner Gast, vor ein paar Jahren also konnte sich Oskar Lafontaine noch gewaltig erregen über die Journalisten, die sich für seine übergeleiteten Rentenansprüche und die freundschaftlichen Konnexionen in die erwähnten dunkleren Gassen interessierten.
Reinhold Beckmann talkt nachts für die ARD. (© Foto: ARD)
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Mit seinem Ärger fand er damals ein offenes Ohr beim Chefredakteur des neu gegründeten Focus, der programmatisch befand, dass man doch auch viel netter zu seinen Mitmenschen sein könne. Diese neue Nettigkeit, manche sprechen auch vom Focus-Prinzip, erfreute sich bald landauf und -ab der größten Beliebtheit und hat inzwischen zu einem alle erfreuenden Miteinander geführt.
Erst recht im Fernsehen, schon weil es da schon immer etwas besser war, etwas netter zu sein. Ein geradezu butterglänzendes Nettigkeitsniveau erreicht das Fernsehen spätabends, wenn die hellblaue Stunde vor Mitternacht heranrückt. Dann gibt es keine Politiker, Geschäftsleute und andere Durchstecher mehr, sondern nur noch Menschen, und mit Menschen kann man doch über alles reden, nur nicht über zwanzig Minuten.
Über lange, manchmal heiße, manchmal nur nasskalte Sommerabende musste man dieses menschliche Miteinander entbehren, aber seit dieser Woche ist es wieder da, genauer gesagt, seit der DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bei Johannes B. Kerner am Dienstagabend den schönen Satz formulierte: "Peinlich war mir eigentlich gar nichts."
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