Das Unternehmen, der Bürgermeister, die Bank: Hans-Albert H. spielte sich als der große Retter von Maxfield-Pleitier Franjo Pooth auf. Doch das war nur der Anfang seines Betrügerfeldzugs.
Er spielte sich auf als der große Retter von Pleitier Franjo Pooth: In Zusammenhang mit der Affäre um die Millionenpleite von Pooths Firma Maxfield hat an diesem Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht der Prozess gegen einen "Trittbrettfahrer" begonnen. Die Staatsanwaltschaft hat den 57-jährigen Aachener Hans-Albert H. wegen versuchten Betrugs und versuchter Erpressung angeklagt.
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Verona Pooth mit Ehemann Franjo: Die Ermittlungen gegen den Pleite-Unternehmer stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. (© Foto: dpa)
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Nach Bekanntwerden der Millionenpleite soll der Beschuldigte an Pooths Unternehmen Maxfield herangetreten sein. Einem Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zufolge behauptete er, er vertrete eine US-Investorengruppe, die der Firma unter die Arme greifen wollte. Er habe sich zunächst die Maxfield-Unterlagen aushändigen lassen. Für den Ankauf der Marke Maxfield habe er ein Vermittlunghonorar von 250.000 Euro gefordert, bestätigte der Sprecher.
Nur: Ganz so einfach war es nicht. Vor der Zahlung dieser Summe wollte das Unternehmen dann doch auch zunächst eine Leistung von Seiten der vermeintlichen Investorengruppe sehen. Hans-Albert H. versuchte dies abzuwiegeln, indem er darauf hinwies, er müsse sich erst einmal vor Ort in den USA kundig machen. Daraufhin forderte er 8000 Euro für ein Flugticket. Die Firma Maxfield dagegen bot H. ihrerseits ein Ticket an. Das wiederum lehnte H. ab.
Zu einer Zahlung kam es schlussendlich nicht. Dafür plante H. mit Hilfe der Maxfield-Unterlagen den nächsten Schritt, der vor dem Landgericht verhandelt wird: die versuchte Erpressung.
Hans-Albert H. wandte sich an den Hauptkreditgeber von Pooths Firma Maxfield, die Düsseldorfer Sparkasse. Namentlich an den Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsmitglied. Von dem mittlerweile verstorbenen Erwin soll der notorische Betrüger 150.000 Euro für brisante Informationen gefordert haben.
H. gab vor, es gäbe auf dem Markt Filme und Fotos, die die Sparkassen-Vorstände und Franjo Pooth im Prostituiertenmilieu zeigen. Seine Kenntnisse habe er aus den Geschäftsunterlagen der Firma Maxfield.
Feilschen mit dem Erpresser
Die Banker ließen sich zunächst auf das Feilschen mit dem Erpresser ein: Sie handelten ihn dem Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zufolge auf 55.000 bis 65.000 Euro runter. Erst nach mehreren Kontakten mit dem Betrüger habe das Geldinstitut Anzeige erstattet.
Der Mann ist wegen Betrugs vorbestraft und hat schon langjährige Haftstrafen abgesessen. Als Wiederholungstäter war gegen ihn bereits Sicherungsverwahrung verhängt worden - allerdings wurde diese wegen eines Formfehlers aufgehoben.
Das Verfahren gegen den Trickbetrüger könnte der Auftakt für einen Prozess gegen Pooth selbst sein: Gegen den Ehemann von TV-Star Verona Pooth wird derzeit wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung ermittelt. Pooth soll sich mit teuren Geschenken an Sparkassen-Vorstände hohe Kredite für sein Unternehmen erschlichen haben.
Der Chef der Düsseldorfer Sparkasse und ein weiterer Vorstand waren deswegen fristlos entlassen worden. Pooths Unternehmen Maxfield hatte vor einem Jahr Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzverwalter hatte die Schulden des Unternehmens auf mindestens 19 Millionen Euro beziffert. Gläubiger hatten Forderungen in Höhe von 27 Millionen Euro gestellt.
Die Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft in Zusammenhang mit Insolvenzverschleppung und Bestechung stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Damit könnte schon in wenigen Tagen Anklage erhoben werden.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/dpa/hai/gba)
Kanzlerin Merkel und die Macht
wenn die Wähler wüssten, welche menschlichen Monster sie hofieren...
Was mit den Wählern passieren würde, hat sie mir allerdings nicht gesagt, und ich frage nicht.
Lustig, dass die Düsseldorfer Sparkasse alleine durch die Androhung von Photos mit Bankvorständen im Prostituiertenmilieu bereit war, 55.000 - 65.000 Euro zu zahlen.
...dschungelcamp! die nächste staffel kommt bestimmt.
2 Jahre Haftstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe um 100.000 Euronen.
Der soll doch ein Hochstapler gewesen sein?
Wer klärt mich auf?
Paging