Von Marc Felix Serrao

Mama, Papa, Kind, in Festtagskleidung drapiert um die Tanne: Manchem Amerikaner fehlt bei diesem besinnlichen Motiv das entscheidende Detail. Für Waffennarren gibt es jetzt ein Fotomotiv mit ordentlich Feuerkraft.

Wer liebt sie nicht: die lustigen Fotos mit dem Weihnachtsmann fürs Familienalbum? Mutter geht vorher noch schnell zum Friseur, Vater zieht sein bestes Sakko (heute: T-Shirt ) an, und auch der Nachwuchs wird herausgeputzt.

Fotomotiv des Scottsdale Gun Club

"Get your holiday picture with Santa and his machine guns": Mit diesem Slogan wirbt der "Scottsdale Gun Club" für sein Weinachts-Fotomotiv. (© dapd)

Anzeige

Beim Scottsdale Gun Club in Arizona haben sie für ihre Mitglieder in diesem Jahr nach der großen Nachfrage in den beiden Vorjahren gleich zwei Fototermine organisiert - ein Beispiel vom ersten Termin Ende November ist oben zu sehen. Am 10. Dezember gibt es von 10 bis 15 Uhr ein zweites Shooting.

"Get your holiday picture with Santa and his machine guns!" wirbt der Club im Netz - "Hol' dir dein Urlaubsbild mit Santa und seinen Maschinengewehren."

Die Auswahl ist gewaltig. Wer will, kann sich mit so ziemlich jeder tragbaren Feuerwaffe ablichten lassen, von der gewöhnlichen Maschinenpistole bis hin zur "verblüffenden 80 000-Dollar-Minigun" (Club-Zitat). Der Ausdruck "Mini" täuscht hier übrigens: Gemeint ist eine armdicke vollautomatische Waffe, mit der beispielsweise aus Hubschraubern geschossen wird.

Wer meint, das Angebot sei nur etwas für eingetragene Waffenfreaks und ihren Camouflage tragenden Nachwuchs, der irrt. Auch Nicht-Mitglieder können in Scottsdale ihr ganz persönliches hochgerüstetes Weihnachtsfoto erstehen. Ein Ausdruck samt Digitalkopie kostet für sie mit zehn Dollar allerdings das Doppelte.

Sicherheit, auch an Weihnachten, hat halt ihren Preis.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...

(SZ vom 29.11.2011/jobr)