Mit einer Lichterkette haben mehrere hundert Anwohner aus Schkeuditz und Leipzig des ermordeten Mitjas gedacht. Die Menschenreihe reichte vom Fundort der Leiche bis zum Wohnhaus von Mitjas Eltern.

Eine Woche nach der Ermordung des Neunjährigen zeigten die Menschen mit Kerzen ihre Anteilnahme am Schicksal des Jungen und ihre Solidarität mit der Familie. "Im Andenken an Mitja und all die kleinen Seelen, die so grausam aus dem Leben gerissen wurden" stand auf den am Samstagabend verteilten Flugblättern.

Mitja Leipzig Lichterkette

Gedenken an Mitja: Kinder halten Kerzen bei einer Lichterkette (© Foto: dpa)

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Der nach einem Selbstmordversuch schwer verletzte mutmaßliche Mörder Uwe K. kann nach Einschätzung der Ärzte frühestens am Montag vernommen werden. Der Mann soll Mitja vor einer Woche sexuell missbraucht und erstickt haben.

Die Leiche des Jungen wurde am vergangenen Samstag in einer Kleingartenanlage in Schkeuditz in der Laube des mutmaßlichen Mörders entdeckt. Am vergangenen Donnerstag hatte der tatverdächtige Uwe K. versucht, sich mit einem Sprung vor eine Straßenbahn unweit des Tatorts das Leben zu nehmen. Er überlebte den Suizidversuch und liegt derzeit in einem Leipziger Krankenhaus.

Tat im Rauschzustand

Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) sprach sich unterdessen in der Sächsischen Zeitung für unbefristete Regeln und Verbote für gefährliche Straftäter aus, um diese nach ihrer Haftentlassung besser kontrollieren zu können. Mackenroth forderte zudem, die Entlassung eines Straftäters allein von seiner Gefährlichkeit abhängig zu machen. Für die Arbeit von Bewährungshelfern wolle er Qualitätsstandards festlegen.

In der Debatte um den schärferen Umgang mit Sexualstraftätern warnte der Berliner Kinder- und Jugendpsychiater Oliver Bilke davor, die Stärkung von Kindern aus den Augen zu verlieren. "Es passiert immer wieder, dass Kinder mit Erwachsenen mitgehen, weil ihnen nicht eindringlich genug bestimmte Regeln vermittelt wurden", sagte der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Vivantes-Klinik Berlin. "Deswegen muss man sie immer wieder altersgerecht auf Gefahren aufmerksam machen."

Uwe K. ist fünf Mal wegen sexueller Vergehen an Kindern verurteilt worden. Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, er sei bei einer Verurteilung wegen sexueller Nötigung im Jahr 1998 als gefährlich eingestuft worden. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge hat der 43-Jährige seine Missbrauchshandlungen in einem "Rauschzustand" verübt, berichten Bild-Zeitung und vorab auch das Nachrichtenmagazin Focus.

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(dpa)