Ohne Warnung ist ein Elefant in Kenia auf eine Wandergruppe zugerast. Eine Frau mit ihrem Baby auf dem Arm konnte nicht schnell genug entkommen.
Afrikas Wildnis begeistert Jahr für Jahr Millionen Besucher aus aller Welt. Safaris unter der tropischen Sonne gehören für viele Menschen zu den aufregendsten Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Lebens machen. Löwen, Elefanten, Zebras und Giraffen - wann schon hat man als Mensch aus den nördlichen Breiten Gelegenheit, diese Kreaturen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten? Dennoch überschatten auch tragische Todesfälle immer wieder die Freude an der grandiosen Natur.
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Angriffe kommen selten vor, doch als Einzelgänger können Elefanten gefährlich werden. (© Foto: dpa)
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So wie jetzt in Kenia, wo in dieser Woche eine amerikanische Mutter und ihr einjähriges Kind von einer Wanderung durch den Busch nicht mehr lebend zurückgekehrt sind. Ein rasender Elefant hat sie zu Tode getrampelt. Angriffe der Dickhäuter auf Menschen sind eher selten, aber man muss doch mit ihnen rechnen. Elefanten, die auf den ersten Blick gutmütig und friedfertig wirken, können auch ganz anders reagieren, wenn sie gestresst sind oder sich bedroht fühlen.
"Mit voller Geschwindigkeit, ohne Warnung"
Der Angriff des Dickhäuters ereignete sich morgens, als eine kleine Wandergruppe mit ihrem ortskundigen Führer das Hotel Castle Forest Lodge am Rande des Nationalparks Mount Kenya verließ. Der Mann, der durchs Gelände führte, war offenbar ein Angestellter des Hotels und kein Ranger der Naturschutzbehörde. Deshalb, so heißt es in kenianischen Medienberichten, habe der Mann auch keine Waffe bei sich tragen dürfen.
Sogenannte Walking Safaris, bei denen man Afrikas Wälder, Savannen oder Berglandschaften zu Fuß durchstreift, werden vielerorts auf dem Kontinent angeboten, aber meist nur in solchen Gegenden, in denen keine Elefanten oder Löwen zu finden sind. Dort ist es eher üblich, die Tiere aus dem Jeep heraus zu beobachten, was einen gewissen Schutz vor möglichen Attacken bietet.
Die Mutter, die ursprünglich aus New York stammt und zuletzt als Lehrerin und Bibliothekarin an der Internationalen Schule in Nairobi arbeitete, war mit ihrer einjährigen Tochter auf dem Arm und ihrem Ehemann auf einem Naturpfad unterwegs, knapp zwei Kilometer vom Hotel entfernt.
Was dann geschah, erklärte die Besitzerin der Lodge später vor der Presse: Der Elefant preschte plötzlich aus dem Busch heraus, "mit voller Geschwindigkeit, ohne Warnung". Alle seien gerannt um ihr Leben, aber die Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm rannte nicht schnell genug. Sie wurde von dem Dickhäuter niedergetrampelt, beide waren sofort tot.
Äußerst sensible Tiere
Eine Sprecherin der kenianischen Tierschutzbehörde sprach von einem "einsamen Elefanten", der die Gruppe angegriffen hätte. Diese Einzeltiere könnten sehr gefährlich werden, erklärte sie. Vermutlich habe sich der Elefant durch die wandernden Besucher bedroht gefühlt.
Elefanten sind als äußerst sensible Tiere bekannt. Forscher, die ihr Verhalten genauer studiert haben, vermuten, dass derartige Überfälle oft mit größerem Stress zu tun haben, der sich auch über einen langen Zeitraum anstauen kann. So kann es geschehen, dass auch Menschen, die den Elefanten vielleicht gar nicht selbst bedroht oder geärgert haben, zum Ziel des Angriffs werden, weil die Reizschwelle gerade in diesem Augenblick überschritten wurde.
Nicht nur Elefanten und Löwen, sondern auch einzelne Büffel können bei Wanderungen zu Fuß in Afrika gefährlich werden. Bedrohlich sind vor allem alte Bullen, die von der Herde ausgestoßen wurden. Überrascht man sie im Busch, so attackieren sie. Ihre Sinne sind schlecht, sie können den Menschen oft nicht richtig einschätzen, Angriff ist dann ihre beste Verteidigung.
Wegen dieser Risiken ist es eigentlich zwingend, einen bewaffneten kundigen Begleiter bei Wanderungen dabei zu haben. Warum die Gruppe am Mount Kenya diese Vorsichtsregeln nicht beachtet hat, bleibt unklar.
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(SZ vom 08.01.2010/kred)
Russland unter Putin
Der Elefant sollte auf eventuelle Al Quaeda Verwicklungen untersucht werden. Immerhin war es eine New Yorkerin.
Klar, Ehemann ohne Baby rennt schneller als Ehefrau
mit; man wagt es sich kaum vorzustellen .