Tote bei Karlsruher Geiseldrama Polizei entdeckt fünftes Todesopfer

In Karlsruhe ist am Morgen die Zwangsräumung einer Wohnung eskaliert: Ein Mann schoss um sich und nahm mehrere Personen als Geiseln. Als Spezialeinsatzkräfte der Polizei die Wohnung am frühen Nachmittag stürmten, fanden sie mehrere Tote.

Bei einer Zwangsräumung in einem Mehrfamilienhaus in Karlsruhe ist es am Mittwochmorgen zu einer Schießerei und anschließender Geiselnahme gekommen. Dabei kamen nach Polizeiangaben mehrere Personen ums Leben. "Wir gehen davon aus, dass der Geiselnehmer und die Geiseln tot sind", sagte ein Polizeisprecher. Sondereinsatzkräfte hatten die Dachgeschosswohnung im Stadtteil Nordstadt gestürmt, nachdem Beamte Brandgeruch festgestellt hatten.

Zunächst war von vier Toten die Rede, mittlerweile hat die Polizei ein weiteres Opfer entdeckt. Die Frau starb nach Behördenangaben wie die anderen Opfer auch durch Schussverletzungen.

Der Geiselnehmer hatte sich seit etwa neun Uhr in der Wohnung verschanzt. Es soll sich dabei um den Lebensgefährten der Wohnungseigentümerin gehandelt haben. Wie viele Menschen er in seiner Gewalt hatte, ist noch immer unklar. Das regionale Nachrichtenportal ka-news.de berichtete von drei Geiseln. Neben dem Gerichtsvollzieher könne es sich dabei um den hinzugerufenen Schlosser und den neuen Wohnungsinhaber handeln. Die Frau ist möglicherweise die Partnerin des mutmaßlichen Täters.

Dieser habe die Männer in die zu räumende Wohnung gelassen, hieß es. Dann seien mehrere Schüsse gefallen. Ein zunächst anwesender Zeuge berichtete der Polizei zunächst von einem Toten. Er beschrieb den Geiselnehmer als gewalttätig und behauptete, der Mann habe auch eine Handgranate bei sich. Die Polizei bestätigte dies zunächst nicht.

Der Tatort ist weiträumig abgeriegelt. Den Angaben der Polizei zufolge sind etwa 200 Beamte vor Ort, davon je 40 Beamte der Spezialeinheiten SEK und MEK. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Haus.

Bei der Polizei liefen die Telefone heiß - unter anderem von Eltern, die sich um ihre Kinder ängstigten. "Wir bekommen viele besorgte Anrufe", sagte ein Polizeisprecher. Entgegen ersten Angaben wurden eine Schule und ein Kindergarten jedoch nicht geräumt, teilte ka-news.de mit.