Tödlicher Müllwagenunfall Fahrer zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt

Der Mann war mit seinem Lkw zu schnell gefahren und umgekippt. Der Müllwagen fiel auf ein Auto, alle fünf Insassen starben. Das Landgericht Tübingen hat den 55-Jährigen nun wegen fahrlässiger Tötung für schuldig befunden.

Das Landgericht Tübingen hat in einem tragischen Fall den Angeklagten zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt und schloss sich damit der Forderung der Staatsanwaltschaft an.

Der 55-Jährige war am 11. August 2017 in Nagold mit einem Müllwagen zu schnell auf eine Kreuzung gefahren. Der Lkw kippte auf ein voll besetztes Auto. Alle fünf Insassen starben, darunter zwei Kinder. Der Beifahrer des 55-Jährigen wurde verletzt. Das Landgericht Tübingen sprach den Mann nun wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung schuldig.

Der Fahrer hatte im Prozess gesagt, die Bremsen hätten nicht funktioniert. Ein Gutachter konnte allerdings keinen technischen Defekt feststellen.

Der Nebenklagevertreter hatte zuvor drei Jahre Haft für den Fahrer gefordert. Der Verteidiger des Mannes forderte eine "faire Entscheidung", ohne eine konkreten Vorschlag für ein Strafmaß zu machen. "Ich gehe, wenn überhaupt, von Augenblicksversagen aus", sagte er.

Unglück oder Fahrlässigkeit?

Im August 2017 kippt ein Müllwagen auf einer abschüssigen Straße bei Tübingen um und tötet eine Familie. Der Prozess gegen den Fahrer wirft die Frage auf, ob Strafe all das Leid aufwiegen kann. Von Josef Kelnberger mehr...