Todesstrafe in den USA Verurteilter Mörder stirbt bei qualvoller Hinrichtung an Herzinfarkt

Eine Vene platzt, der Mann windet sich 43 Minuten auf seiner Liege - und stirbt dann an einem Herzinfarkt. In Oklahoma mündete eine Hinrichtung erneut in einen langen Todeskampf.

In den USA ist ein Mann nach dem Abbruch seiner Hinrichtung an einem Herzinfarkt gestorben. Die Exekution von Clayton Lockett sei nach wenigen Minuten gestoppt worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gegeben habe, teilte die Gefängnisverwaltung des US-Bundesstaates Oklahoma mit. Beim Spritzen eines der drei Medikamente platzte eine Vene, berichten amerikanische Medien. Der Mann blieb bei Bewusstsein, wälzte sich minutenlang auf der Bahre, rang um Luft und starb schließlich 43 Minuten nach der ersten Spritze an einem Herzinfarkt. Ihm wurde eine nicht erprobte Giftmischung verabreicht.

Lockett war im Jahr 2000 wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau verurteilt worden, die er entführt und lebendig begraben hatte. Mehr als ein Jahrzehnt saß er in der Todeszelle. Bereits im März hätte er hingerichtet werden sollen, doch die Mittel für die Giftinjektion standen nicht zur Verfügung, weshalb die Exekution aufgeschoben wurde.

Die US-Strafvollzugsbehörden haben bei den Mitteln für die tödlichen Giftspritzen seit längerem Nachschubprobleme, da sich die europäischen Hersteller weigern, die Inhaltsstoffe weiter für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Mehrere US-Bundesstaaten haben daher neue, mitunter nicht erprobte Giftmischungen von nicht bundesweit zertifizierten Herstellern ausprobiert, was auf scharfe Kritik stößt.

Bei der Hinrichtung von Clayton Lockett (links) gab es Komplikationen, Charles Warners (rechts) Exekution wurde deshalb aufgeschoben.

(Foto: AFP)

Im Januar hatte die Hinrichtung des Mörders Dennis McGuire für Empörung gesorgt. Der Mann rang zehn Minuten lang mit dem Tod. Auch damals wurde ein nicht getesteter Giftcocktail eingesetzt. McGuires Anwälte hatten zuvor gewarnt, dass die Wirkung der jetzt verwendeten Medikamente nicht bekannt sei und McGuire grausam ersticken könnte. Ein Bundesrichter in Ohio befand jedoch, es gebe keine Beweise für ein "substanzielles Risiko", dass der Verurteilte "starke Schmerzen" empfinden werde.

Am Dienstag hätte nach der Exekution Clayton Locketts noch ein weitere Todesstrafe vollstreckt werden sollen. Die Hinrichtung des zum Tod verurteilten Charles Warner wurde nach dem Herzinfarkt Locketts um zwei Wochen verschoben. Warner wurde wegen der Vergewaltigung eines elf Monate alten Mädchens im Jahr 1997 schuldig gesprochen.