Tod durch Lungenkrebs Tabakkonzern soll 23 Milliarden Dollar an Witwe zahlen

Der an Lungenkrebs gestorbene Ehemann der Klägerin soll täglich bis zu drei Päckchen Zigaretten geraucht haben.

(Foto: dpa)

Nikotin macht süchtig, Zigaretten enthalten giftige Stoffe: Diese Informationen hat der Tabakkonzern R.J. Reynolds Tobacco Co. einem US-Gericht zufolge absichtlich verheimlicht. Jetzt soll der Zigarettenhersteller 23,6 Milliarden Dollar zahlen.

  • Gericht im US-Bundesstaat Florida verurteilt Tabakkonzern zur Zahlung von mehr als 23 Milliarden Dollar
  • Unternehmen soll Gefahren des Rauchens verschleiert haben
  • Kettenraucher starb 1996 an Lungenkrebs

Tabakkonzern zu 23 Milliarden Dollar Schadensersatz verurteilt

Der US-Zigarettenhersteller R.J. Reynolds Tobacco Company soll einem Gerichtsurteil zufolge der Witwe eines Kettenrauchers 23,6 Milliarden Dollar (knapp 17,5 Milliarden Euro) Schadensersatz zahlen. Das teilte der Anwalt der Klägerin mit. Es handle sich dabei um die höchste Summe, die jemals in einem solchen Rechtsstreit von einem Gericht im Bundesstaat Florida zugesprochen worden sei.

Die Frau warf dem Zigarettenhersteller vor, die Gefahren des Rauchens und die Suchtgefahr seiner Produkte verheimlicht zu haben. Der Vize-Präsident des Konzerns, J. Jeffery Raborn, sagte der New York Times, das Urteil sei völlig überzogen und das Unternehmen werde das Urteil anfechten.

Ehemann war 20 Jahre lang Kettenraucher

Die Witwe hatte den Konzern 2008 verklagt, nachdem ihr Ehemann 1996 im Alter von 36 Jahren an Lungenkrebs gestorben war. Nach Angaben ihres Anwalts begann der Ehemann das Rauchen im Alter von 13 Jahren und konsumierte über einen Zeitraum von 20 Jahren täglich bis zu drei Päckchen Zigaretten. Das Paar hat zwei Kinder, die heute 23 und 29 Jahre alt sind.

Was R.J. Reynolds produziert

R.J. Reynolds Tobacco ist der zweitgrößte Produzent von Tabakwaren in den USA. Zu den Marken gehören unter anderen Camel, Winston und Kool. Der Firmensitz ist in Winston-Salem, im US-Bundesstaat North Carolina.