In den Ermittlungen zum Tod von Michael Jacksons bleibt sein Leibarzt der einzige Verdächtige - indes wird bekannt, dass die Stasi den King of Pop im Visier hatte.

Die DDR-Staatssicherheit hatte auch Michael Jackson in ihren Akten. Auf einer sogenannten Arbeitskartei sei neben Name und Geburtsdatum noch vermerkt worden, dass die DDR-Plattenfirma Amiga die Jackson-Platte "Thriller" herausbrachte, teilte die Stasiunterlagen-Behörde am Donnerstag mit.

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Michael Jackson in action - für seine Konzerte in Deutschland interessierte sich auch die Stasi (© Foto: AP)

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Die Stasi befürchtete demnach Proteste von DDR-Jugendlichen in Ost-Berlin, die ein Jackson-Konzert am Brandenburger Tor in West-Berlin am 19. Juni 1988 hören wollten. Der 50-jährige Jackson starb am 25. Juni dieses Jahres.

In einer Notiz der Stasi-Hauptabteilung 20 des DDR-Ministeriums hieß es der Bild-Zeitung zufolge, dass "Jugendliche unter allen Umständen versuchen werden, dieses Konzert vom Bereich Brandenburger Tor aus zu erleben". Die jungen Leute würden dabei die "Konfrontation mit der Volkspolizei" einkalkulieren. Als Gegenmaßnahme sei ein "Ablenkkonzert" geplant gewesen.

Bei "politischen Provokationen" sollte eine Videokassette von einem anderen Jackson-Konzert eingespielt werden. Der Plan sei aber nicht Wirklichkeit geworden.

An dem Tag des Konzerts 1988 hatten sich mehrere tausend Jackson-Fans aus der DDR vor dem Brandenburger Tor und in Seitenstraßen versammelt hatten, um ihrem Pop-Idol hinter der Mauer zu lauschen. Stasileute in Zivil, die sich mit einem Großaufgebot unter die Menge gemischt hatten, griffen massiv die Fernsehteams von ARD und ZDF an. Berichte über die Rockfans aus dem Osten sollten verhindert werden. Die Bundesregierung protestierte danach offiziell bei der DDR-Regierung gegen die Behinderung westlicher Korrespondenten.

Wie indes bekannt wurde, bleibt bei den Ermittlungen zum Tode Jacksons dessen Privatarzt Conrad Murray nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN der einzige Verdächtige. "Dr. Murray ist der einzige, den wir beobachten", zitierte der Sender einen ungenannten Ermittlungsbeamten.

Der Kardiologe steht im Verdacht, Jackson wenige Stunden vor dessen Tod das gefährliche Narkosemittel Propofol verabreicht zu haben. Der Internetdienst tmz.com hatte berichtet, die Ermittlungen hätten sich inzwischen auf mehr als ein Dutzend andere Ärzte ausgeweitet.

Drohende Zwangsversteigerung

Dem Sender CNN zufolge hatte der Kardiologe Murray in den letzten zwei Jahren hohe Schulden angehäuft. Der Arzt führte zwei Praxen in Las Vegas (Nevada) und Houston (Texas). Seit Mai war er für ein Monatsgehalt von 150.000 Dollar bei Jackson angestellt und sollte ihn auf seine Comeback-Tour nach London begleiten.

Bei einer Großrazzia in der Praxis und dem Wohnhaus von Murray in Las Vegas beschlagnahmten die Ermittler erneut zahlreiche Dokumente, Handys und eine Computer-Festplatte. Schon in der vorigen Woche hatten die Ermittler einen Lagerraum und eine Praxis Murrays in Houston durchsucht. Dem Privatarzt des Sängers droht unterdessen nach Angaben eines Versicherungsunternehmens die Zwangsversteigerung seines Luxushauses in Las Vegas.

Murray soll dem "King of Pop" Medienberichten zufolge wegen dessen Schlafstörungen eine Tropf-Infusion mit dem Narkosemittel Propofol gegeben haben. Die Polizei gehe davon aus, dass der Arzt sich dann nicht weiter um den Sänger gekümmert habe und vielleicht sogar selbst eingeschlafen sei, hatte der Internetdienst tmz.com berichtet.

Wegen der Trauerfeier für den "King of Pop" in Los Angeles haben die Behörden ebenfalls Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben eines Sprechers wurden Unterlagen angefordert und verschiedene Gespräche beantragt. Die Stadt hatte während der Veranstaltung am 7. Juli 3200 Polizisten abbestellt und allein 50.000 Dollar für ihre Verköstigung ausgegeben. Ein Spendenaufruf im Internet, mit dem die Stadtverwaltung einen Teil der Kosten finanzieren wollte, brachte mehr als 40.000 Dollar ein, wurde aber von Bürgermeister Antonio Villaraigosa gestoppt.

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(dpa/AFP/AP/vw/aho)