Thailand Pumpen fielen nach der Rettung aus

  • Bei der Höhlenrettung in Thailand sind Medienberichten zufolge kurz vor Ende der Mission mehrere Pumpen ausgefallen. Dadurch stieg das Wasser in der Höhle wieder an.
  • Die befreiten Jungen müssen noch einige Tage im Krankenhaus bleiben. Doch nach Angaben der Ärzte geht es allen Geretteten gesundheitlich gut.
  • EIn US-Filmproduzent kündigte an, die Geschichte der Jungs verfilmen zu wollen.

Die zwölf Jungen und ihren Trainer wurden offenbar gerade rechtzeitig aus der Höhle in der thailändischen Provinz Chiang Rai befreit. Wie der Guardian berichtet, seien einige Stunden nach der Rettung die Pumpen ausgefallen, die seit Tagen Wasser aus der Höhle leiten. Die Zeitung zitiert drei Taucher, die an der Rettungsaktion beteiligt waren. Demnach seien die Männer gerade in der Höhle unterwegs gewesen, um Equipment einzusammeln, als sie Schreie hörten und sahen, wie mehrere Helfer aus dem Inneren der Höhle gerannt kamen, um ins Trockene zu gelangen. "Das Wasser stieg deutlich an", sagte einer der Taucher.

Bereits zuvor hatten Helfer deutlich gemacht, dass die Zeit für die Rettungsmission drängt. Der Sauerstoffgehalt in der Höhle war zuletzt gesunken, außerdem wurde starker Monsunregen befürchtet, der den Ort erneut fluten könnte. Der Regen kam, doch die Höhle blieb vergleichsweise trocken und die Rettung konnte am Sonntag beginnen. Drei Tage brauchten die Helfer, um die Gruppe über den gefährlichen Weg aus der Höhle zu führen. Am Mittwoch kam die erlösende Botschaft: Sie haben es alle geschafft.

Das Wunder von Thailand

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Den befreiten Jungen geht es relativ gut. Sie hätten während der zwei Wochen in der Grotte zwar an Gewicht verloren, jedoch Wasser zur Verfügung gehabt und "sich gut um einander gekümmert", sagte Thongchai Lertwilairatanapong, ein Gutachter der örtlichen Gesundheitsbehörden am Mittwochmorgen auf einer Pressekonferenz.

Alle Jungen seien "in gutem mentalen Zustand". Keiner von ihnen habe Fieber oder irgendeine körperliche Infektion. Drei der Geretteten litten lediglich an einer leichten Lungeninfektion, hieß es. Die ganze Gruppe werde noch bis zu einer Woche im Krankenhaus bleiben und mit Medikamenten versorgt werden. Schon deshalb können die Jungen und ihr Trainer auch nicht zum WM-Finale am Sonntag nach Moskau reisen, zu dem sie Fifa-Präsident Gianni Infantino eingeladen hatte. Die Ärzte versicherten aber, dass sie das Spiel im Fernsehen sehen könnten.

Die Jungen im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Coach waren am 23. Juni bei einer Erkundungstour in dem weit verzweigten Höhlensystem von plötzlichem Starkregen überrascht worden. Die Eingänge wurden teils überschwemmt, die Truppe eingeschlossen.

Einer der Taucher, die die Kinder befreit haben und die nun als Helden gefeiert werden, hat kurz nach der erfolgreichen Rettungsmission seinen Vater verloren. Richard Harris, ein Anästhesist aus Australien, legte täglich den gefährlichen, vier Kilometer langen unterirdischen Weg zurück, um den Gesundheitszustand der zwölf jungen Fußballer und ihres Trainers zu untersuchen. Sein Beitrag zur der Bergungsaktion sei unentbehrlich gewesen, hieß es von den Behörden. Unmittelbar nachdem die Kinder in Sicherheit waren, sei Harris' Vater im australischen Adelaide verstorben. Der Arzt werde jetzt zu seiner Familie reisen. Der australische Regierungschef Malcolm Turnbull lobte den Mut der australischen und aller übrigen Rettungskräfte. "Es ist eine der heldenhaftesten und beeindruckendsten Ereignisse unserer Zeit", sagte er. Die Regierung plane nun, alle beteiligten Australier offiziell zu ehren.

Das sieht offenbar auch die Filmbranche so und hat bereits Interesse an der Geschichte gezeigt. Michael Scott, Geschäftsführer der US-amerikanischen Produktionsfirma Pure Flix Entertainment, meldete sich auf Twitter zu Wort. Solch ein Film könne Millionen Menschen weltweit inspirieren, sagte er.

Darum dürfen die Angehörigen nicht zu den Jungen

Die zwölf Jugendlichen befinden sich nun in Quarantäne. Für ihre Körper ist das Drama noch nicht zu Ende - für ihre Seelen womöglich noch lange nicht. Von Felix Hütten mehr...