Texas Mutmaßlicher Bombenattentäter von Austin sprengt sich selbst in die Luft

Die Polizei durchsucht das Haus im texanischen Pflugerville, in dem der mutmaßliche Täter Mark Conditt gelebt haben soll.

(Foto: AFP)
  • Der mutmaßliche Paketbomber von Austin ist tot. Der Polizei zufolge hat sich der Mann selbst getötet, bevor er festgenommen werden konnte.
  • Die Videoaufzeichnung des 23-Jährigen sei der "Aufschrei" eines jungen Mannes, "der über Herausforderungen in seinem persönlichen Leben spricht".
  • Die Polizei warnte, dass noch Pakete mit Sprengsätzen im Umlauf sein könnten.

Der mutmaßliche Bombenleger von Austin hat sich bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in die Luft gesprengt. Er wird für eine Serie von Explosionen verantwortlich gemacht, bei denen in Texas seit Anfang März zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden waren. Der Polizeichef warnte vor weiteren Sprengsätzen, die noch im Umlauf sein könnten. Außerdem könne der Mann Komplizen gehabt haben. Trotz der anhaltenden Gefahr sprach Austins Bürgermeister Steve Adler von Erleichterung: "Alle holen an diesem Morgen tief Luft".

Polizei und die Bundesbehörde FBI hätten den Mann auf einem Hotelparkplatz außerhalb der texanischen Hauptstadt gestellt. Er habe in einem Auto gesessen, so die Polizei. Als sich ein Polizist dem Wagen näherte, hätte der Mann einen Sprengsatz gezündet. Die Polizei habe auf den Mann im Wagen geschossen. Ob er durch die Schüsse oder die Detonation getötet wurde, sei nicht klar. Aber: Er habe "beträchtliche" Verletzungen durch die Explosion erlitten, sagte der Polizeichef.

Offfenbar ist der Tote inzwischen identifiziert. Es handelt sich um einen 23-Jährigen aus Pflugerville, einer Kleinstadt etwa 25 Kilometer nördlich von Austin. Die Polizei hat nach eigenen Angaben ein Handy-Video mit einem "Bekenntnis" entdeckt. Die Aufzeichnung sei der "Aufschrei" eines jungen Mannes, "der über Herausforderungen in seinem persönlichen Leben spricht". In der Aufzeichnung werden offenbar sieben Sprengsätze erwähnt, von Terrorismus oder Hass sei nicht die Rede. Medienberichten zufolge stammte der Mann aus einer religiösen Familie.

Serie von Bomben seit Anfang März

Die Serie von Bombenexplosionen in und um die texanische Hauptstadt Austin hatte seit Anfang März die Polizei beschäftigt. Zwei Menschen waren durch Paketbomben getötet, mehrere weitere verletzt worden. Ermittler hätten den Verdächtigen, der später als Mark Conditt identifiziert wurde, anhand von Videos von Überwachungskameras, die ihn am Sonntag bei der Aufgabe zweier Pakete in einem Geschäft des Paketzustellers FedEx in Austin zeigten. Bei den Behörden seien mehr als 1200 Anrufe mit Hinweisen auf verdächtige Aktivitäten eingegangen, teilte die Polizei mit.

Am Dienstag hatten die Ermittler einen Haftbefehl für den 23-Jährigen erwirkt. Beim Versuch ihn festzunehmen, sei der Mann geflüchtet, teilte die Polizei in Austin mit. Das Haus, in dem der mutmaßliche Täter in Pflugerville lebte ist durchsucht worden. Die Ermittler haben zwei seiner Mitbewohner festgenommen. Einer wurde freigelassen, ein weiterer werde noch befragt.

Sechs Pakete an unterschiedlichen Orten

Insgesamt soll Conditt für mindestens sechs Explosionen verantwortlich sein. Drei Paketbomben gingen in Austin selbst hoch. Eine weiteres Paket wurde in einer Filiale des Zulieferunternehmens FedEx in der Kleinstadt Schertz knapp 100 Kilometer südwestlich von Austin gezündet. Am Dienstagabend wurde in der Nähe von Austin eine weitere Explosion gemeldet - diesmal in einem Second-Hand-Laden, dessen Erlöse wohltätigen Zwecke zugutekommen. Nach ersten Erkenntnissen gab es nur Leichtverletzte. Bei FedEx in der Nähe des Flughafens von Austin wurde derweil noch ein weiteres Paket entdeckt, das einen Sprengsatz enthielt. Es konnte dem FBI zufolge rechtzeitig unschädlich gemacht werden.

Nach den ersten Bombenexplosionen waren die Ermittler von einem rassistischen Motiv ausgegangen, weil die Opfer Afroamerikaner oder hispanischer Abstammung waren. Später relativierten sie ihre Aussagen in diesem Punkt. Eine der Taten passte nicht in das zuvor erkennbare Muster, weil das Paket nicht an eine bestimmte Person adressiert war und die Bombe jeden hätte treffen können.

Diesmal sind die Opfer weiß

Zunächst trafen die Anschläge im texanischen Austin drei Schwarze und eine Latina. Nun werden zwei Weiße schwer verletzt. Die Polizei, die bislang Rassismus für ein Motiv hielt, rätselt mehr denn je über die Hintergründe. Von Beate Wild mehr...