Wenige Wochen vor dem Anpfiff der Fußball-WM in Südafrika eskaliert der Streit zwischen Taxifahrern und städtischen Bussen in Johannesburg. Acht Menschen wurden angeschossen.
Am späten Freitagabend haben Unbekannte im Johannesburger Stadtteil Soweto bei zwei getrennten Vorfällen auf öffentliche Busse geschossen. Sie verletzten einen der Fahrer und insgesamt sieben Passagiere. Dies berichteten regionale Radiostationen am Samstag. Die Polizei ermittelt.
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Nahverkehr als Sicherheitsproblem: Aufnahme von einem Taxi-Streik im März (© Foto: AFP)
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Johannesburgs neues Bussystem war im August 2009 - auch mit Blick auf die nahende Fußballweltmeisterschaft - auf zwei Teilstrecken unter starkem Polizeischutz gegen den Protest der Taxifahrer in Betrieb genommen worden. Traditionell stützt sich der Nahverkehr in südafrikanischen Städten auf private Sammeltaxifahrer und - Unternehmer, die vor allem Minibusse betreiben. Das oft undurchsichtige, wenig kontrollierte System dieser Unternehmen trägt aus Sicht mancher Juristen mafiöse Züge.
Die Regierung in Pretoria wollte vor der WM mit einem neuen System von Bussen und Schnellbahnen den öffentlichen Nahverkehr reformieren. Dagegen wehren sich die Taxifahrer und deren Interessengruppen seit Monaten heftig und teilweise gewalttätig, obwohl viele Fahrer und Kleinunternehmer in das neue System - etwa als Busfahrer - integriert werden sollen.
Bereits im September 2009 waren zwei Buspassagiere durch Schüsse aus einem Minibus verletzt worden.
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(dpa/grc)
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Aus stadtökonomischer Sicht wird sich das Bus Rapid Transit System (BRT) für die Entwicklung Johannesburgs als Vorteil herausstellen, zumal erstmalig die Stadtteile Soweto, Innenstadt (CBD) und Sandton unmittelbar miteinander verbunden sind; Soweto als armes Gebiet und Sandton als Areal der Wohlhabenden.
Jedoch bedeutet diese stadtentwicklungspolitische Sensation für den einzelnen Minibus-Besitzer in erster Linie ein fiskalisches Desaster. Die Municipality Jo´burgs, die größte Stadtverwaltung Südafrikas, hat es leider versäumt, diese Taxifahrer bei der Umgestaltung des Nahverkehrs miteinzubinden und ihre Überlebensängste substantiell zu entkräftigen. Die daraus resultierenden Konsequenzen kann man schließlich dem obigen Artikel entnehmen. Für weitere Hintergrundinfos siehe das Südafrika-Portal unter: http://2010sdafrika.wordpress.com/