Der Thron hat schon lange gewackelt, nun dankt die Regentin ab. Am Freitag wird in Hollywood eine neue Miss USA gekrönt. Die bisherige Amtsinhaberin Tara Conner hat indes ganz neue Pläne.
Zwischen Conners glanzvoller Krönung im April 2006 und ihrer Einweisung in eine Entziehungsanstalt waren nur acht Monate vergangen. Das 21-jährige Mädchen vom Lande war nach dem Titelgewinn nach New York gezogen und dort schnell auf Abwege geraten.
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Tara Conner (2. v. l.) mit ihren ehemaligen Konkurrentinnen. (© Foto: AP)
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Die Königin torkelte von Party zu Party. Berichte über Alkohol, Drogen und sexuelle Eskapaden nährten ernste Zweifel an ihrer Ehrwürdigkeit. Bei der Übergabe der Krone will sich Conner nun als erneuerte Sauber-Frau präsentieren.
"Je mehr ich zugebe, desto besser fühle ich mich", verriet Conner dem Sender NBC nach ihrer Entziehungskur. "Es ist nicht gut, auf dem Weg zur Besserung Dinge zu verheimlichen." Unter anderem gestand sie ein, ihr gekröntes Haupt mit Alkohol und Kokain benebelt zu haben. Sie sei sich nun nach der Behandlung bewusst, dass sie "für immer alkoholabhängig" sein werde.
Für den etwas altbackenen Schönheitswettbewerb, der 1952 als Bademoden-Schau begann, kam der Conner-Skandal wie gerufen. Sex und Drogen, eine junge Frau als Opfer - das garantierte Aufmerksamkeit.
Publikumswirksam stellte Donald Trump, der schillernde Immobilienzar und Miss-USA-Chef, die junge Frau im vergangenen Jahr vor die Wahl: Entweder sollte sie den Alkohol aufgeben oder aber ihren Titel. In einem tränenreichen Auftritt entschuldigte sich Conner für ihre Verfehlungen und gelobte Besserung.
Kreuzbrave Nachfolgerinnen
Als Königin auf Bewährung blieb sie auf dem Thron. Trump glaubt, Conner könne nun ein Vorbild für drogengefährdete Jugendliche sein. "Sie hat Probleme, und sie kann für andere Leute mit Problemen ein tolles Vorbild sein", sagt Trump.
Die diesjährigen Kandidatinnen für die Wahl zählen offenbar nicht zu diesem Kreis. Sie geben sich überaus brav: Jede der Kandidatinnen aus den 50 US-Bundesstaaten musste im Vorfeld die Frage nach ihrem "verrücktesten Erlebnis" beantworten. Genannt wurden Achterbahnfahrten, eine Wanderung in den peruanischen Bergen, der Konsum von Schlangenblut in Taiwan.
Die Kandidatin Leilani Jones aus dem Bundesstaat Washington beteuerte gar treuherzig: "Ich glaube, ich habe nie etwas Verrücktes gemacht."
Keine Spur also von jenen Verlockungen, denen die erlebnishungrige Conner wohl so wie viele andere junge Menschen vor ihr in der Glitzermetropole New York erlegen ist. Wenn man den Worten der jungen Frau Glauben schenkt, hat sie erst durch die Krise und die Demütigung am Pranger der Öffentlichkeit zu sich selbst gefunden.
"Ich fühlte mich überfordert, es war eine sehr harte Zeit für mich", sagte Conner in einem Interview mit ihrer Heimatzeitung aus Kentucky, dem Lexington Herald-Leader. "Die Entziehungskur war wie ein Erweckungserlebnis: Sie hat mir gezeigt, wer die wahre Tara ist. Davor habe ich das nicht gewusst."
In ihrem neuen Leben ohne Krone will Conner junge Leute über die Gefahren von Alkohol und Drogen aufklären. Außerdem träumt sie davon, eine Rolle in einem Broadway-Musical zu spielen. Ein lukratives Angebot des Herrenmagazins Playboy für einschlägige Fotoaufnahmen lehnte sie nach Konsultationen mit Trump ab.
Bei der großen Endausscheidung am Freitagabend (Orstzeit) in Hollywood wird Conner mit dabei sein und beobachten können, wie sich ihre potenziellen Nachfolgerinnen in Abendkleid und Badeanzug auf dem Laufsteg präsentieren. Das alles hört sich an wie ein Happy End.
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(AFP)
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