Südafrika Umstrittene Nashorn-Auktion in Südafrika verschoben

Zwei am Flughafen Frankfurt sichergestellte Nashorn-Hörner im Zollfahndungsamt Frankfurt.

(Foto: dpa)
  • In Südafrika sollte an diesem Montag eine international umstrittene Online-Auktion von Rhinozeros-Hörnern beginnen.
  • Sie gehören einem der weltgrößten privaten Nashorn-Züchter und sind nur für den heimischen Markt bestimmt.
  • Tierschützer befürchten, dass dadurch die Nachfrage weiter angeheizt wird. Kurz bevor die Auktion starten sollte, wurde sie verschoben.

John Hume besitzt mit etwa 1500 Tieren den größten privaten Nashorn-Bestand der Welt. Und er sagt, dass es seine "Leidenschaft und Lebensmission" sei, die Tierart vor dem Aussterben zu bewahren.

Das muss man wissen, denn Hume wird gerade eher das Gegenteil vorgeworfen. Von diesem Montag an wollte er einen Teil seines Lagerbestandes an Rhinozeros-Horn in einer legalen Online-Auktion an Bieter in Südafrika verkaufen. Der internationale Handel ist zwar seit Jahrzehnten verboten, Südafrika hat den Binnen-Handel seit 2009 ausgesetzt. Doch Hume konnte den Bann in seiner Heimat vor Gericht kippen und veranstaltet nun die erste legale Auktion seit acht Jahren. Minuten vor dem Start musste er sie aber um zwei Tage verschieben. Dies habe mit der verspäteten Aushändigung von Genehmigungen zu tun, sagte die Sekretärin des Züchters

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Hume lässt das Horn der Tiere absägen, ohne sie zu töten und argumentiert folgendermaßen: Bei dem Horn handle es sich um eine nachwachsende Ressource. Wenn man es gewissermaßen "ernte" und legal verkaufe, erzeuge man ein größeres Angebot und könne die Preise drücken. Das mache den illegalen Verkauf weniger lukrativ. Die Wilderei, durch die allein in diesem Jahr bereits 529 Tiere getötet wurden, lohne sich nicht mehr.

Tierschützer wie Robert Kless, Leiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland, verweisen darauf, dass Hume seine Auktion auf der Website neben Englisch auch in Chinesisch und Vietnamesisch bewirbt. Und das, obwohl Käufer das Horn legal gar nicht exportieren dürfen. "Hume behauptet, der Gewinn werde helfen, Nashörner besser zu schützen, aber die Tatsache, dass die Auktion so aggressiv in Ländern beworben wird, die die größte Nachfrage nach Rhinozeros-Horn haben, lässt uns an seinen Motiven zweifeln", erklärt Kless und betont: "Wir glauben, es geht hier einzig und allein um persönlichen Profit und in keiner Weise um Artenschutz."

Das Horn der sanften Tiere gilt in Asien als Potenz- und Heilmittel. Das macht es dort wertvoller als Gold. Für ein Kilo Nashornpulver lassen sich zurzeit etwa 50 000 Euro herausschlagen. Der Schwarzmarkt floriert.

Auf seiner Webseite, auf der er extra den Countdown bis zum Auktionsbeginn laufen lässt, geht Hume auf die vielen Kritikpunkte an seinem Vorhaben ein. "Ob wir es mögen oder nicht, der illegale Horn-Handel existiert", schreibt er. "Illegaler Handel ist erfolgreich und hat keinerlei Wettbewerb, der ihm entgegenwirken könnte." Durch seine Auktion entstehe nun eben dieser Wettbewerb, der das Potenzial habe, den "pervers hohen Wert" der Höhner zu korrigieren. "Mit einem korrekten Genehmigungssystem und einer DNA-Datenbank können wir legales Horn identifizieren und das illegale aus unseren Handelswegen fernhalten."

Hume argumentiert auch, dass er das Geld aus der Auktion benötige, um die Sicherheit seiner Tiere zu gewähleisten, die im Monat etwa 170 000 Dollar kosten soll. Er könne in zehn Jahren nicht mehr für den Schutz seiner Nashörner garantieren, wenn er nicht die benötigten finanziellen Mittel bekomme.

Tierschützer halten es für kaum möglich, ein Kennzeichnungs-System einzurichten, mit dem legales von illegalem Horn unterschieden werden kann. Außerdem gehen sie davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird - auch wenn legales Horn zur Verfügung steht.

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