Straßenprostitution in Hamburg-St. Georg Freiern drohen hohe Geldbußen

Statt mit Sex müssen Freier im Hamburger Stadtteil St. Georg künftig mit einer Strafe rechnen. Wenn sie dort eine Prostituierte ansprechen, droht ihnen eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro.

Die Stadt Hamburg geht konsequent gegen die Straßenprostitution im Stadtteil St. Georg vor: Wer dort künftigmit einer Prostituierten Kontakt aufnimmt, um mit ihr eine sexuelle Dienstleistung zu vereinbaren, muss mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro rechnen.

Der Senat will die sogenannte Kontaktverbots-Verordnung nach bisherigen Plänen am 24. Januar beschließen, sagte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter. "Innensenator Michael Neumann sieht darin ein weiteres zusätzliches Mittel, um dem Problem der Straßenprostitution in St. Georg Herr zu werden." Eine Reihe von Großstädten sei bereits diesen Weg gegangen, sagte Reschreiter - mit positiven Erfahrungen.

Neumann sagte im Gespräch mit dem NDR: "Das ist ein Ansatz, der sich nicht gegen die Frauen richtet, sondern gegen die Männer, denn das Problem sind in Wirklichkeit die Männer, die diese Dienstleistungen nachfragen."

Die zuständige Innenbehörde bestätigte auch auf Anfrage des Hamburger Abendblattes, dass eine entsprechende Verordnung geplant ist. Der Stadtteil St. Georg ist bereits seit 1980 Sperrgebiet, Prostitution ist dort offiziell verboten. Allerdings gibt es im Bereich Steindamm, Hansaplatz und den umliegenden Straßen zahlreiche Prostituierte und Zuhälter, die dort ihrem Geschäft nachgehen.

Um entsprechende Kontrollen durchführen zu können, sollen künftig mehr Polizisten in dem Stadtteil östlich des Hauptbahnhofes eingesetzt werden, so Neumann weiter. "Wir haben dazu insbesondere auch in St. Georg die Polizei mit zehn weiteren Polizisten ausgestattet, damit wir nicht nur Gesetze und Verordnungen schaffen - das ist immer leicht gemacht - sondern wir müssen die Polizei auch in die Lage versetzen, sie durchzusetzen."