Peter Agre und Roderick MacKinnon erhalten die Auszeichnung für die Erforschung von Ionen- und Wasserkanälen in den Körperzellen.
Die eine Hälfte des Preises geht an Agre von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore "für die Entdeckung von Wasserkanälen", die andere Hälfte an MacKinnon vom Howard Hughes Medical Institute an der Rockefeller Universität in New York "für strukturelle und mechanistische Studien an Ionenkanälen"
Peter Agre von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore. (© Foto: AP)
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Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Die Forschung der zwei Amerikaner habe große Bedeutung für das Verständnis von Niere, Herz, Muskeln und Nervensystem und deren Erkrankungen.
Bei der Weiterleitung von Nervensignalen werden in Sekundenbruchteilen Kanäle an der Oberfläche von Nervenzellen geöffnet und geschlossen, die geladene Teilchen (Ionen) passieren lassen. Die Niere nutzt die Kanäle, um Wasser aus einem Vorläufer des Urins zurückzugewinnen.
Peter Agre
Peter Agre (54) hat unter anderem am Augsburg College in Minneapolis (US-Staat Minnesota) studiert und arbeitet derzeit an der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore. Er entdeckte die Kanäle, durch die Zellen mit Wasser versorgt werden. Dies habe die Tür geöffnet für etliche Studien an Bakterien, Pflanzen und Säugetieren, schreibt das Nobel-Komitee.
Heute könnten Forscher einem Wassermolekül auf seinem Weg durch die Zellmembran im Detail folgen und verstehen, warum Wasser aber keine anderen kleinen Moleküle durch einen Kanal fließen.
Roderick MacKinnon
Roderick MacKinnon (47) habe die ganze Forscherwelt in Erstaunen versetzt, als er im Jahr 1998 die räumliche Struktur eines Kaliumkanals bestimmt habe, heißt es in der Begründung. "Dank dieser Arbeit können wir nun die Ionen durch Kanäle strömen sehen." Der Forscher arbeitet an der Rockefeller University in New York.
Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedische Kronen) dotiert.
Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833 - 1896).
Im vergangenem Jahr wurden John B. Fenn (USA), Koichi Tanaka (Japan) und Kurt Wüthrich (Schweiz) für ihre neuen Methoden zur Untersuchung von Biomolekülen geehrt.
(sueddeutsche.de/dpa)
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