Sternenhimmel Es funkelt überall

Am Winterhimmel sind derzeit mehr als ein halbes Dutzend heller Sterne zu sehen, es bietet sich vor allem bei dunkler, klarer Nacht ein prächtiger Anblick. Und es erscheint eine auffällige Figur - die aber kein eigenes Sternbild ist.

Von Helmut Hornung

Sterne und Sternbilder: Der Winterhimmel trägt jetzt ein Kleid aus funkelnden Lichtpunkten. Mehr als ein halbes Dutzend heller Sterne versammeln sich im Februar auf der südlichen Bühne. Vor allem in einer klaren, dunklen Nacht bieten die Sterne sowie die Konturen der dazugehörigen Konstellationen einen prächtigen Anblick. Da sind der Orion, der Stier, der Große und der Kleine Hund sowie der Fuhrmann und die Zwillinge. Weil in diesem Teil des Firmaments der sogenannte Orionarm der Milchstraße liegt und hier gleichzeitig die Hauptebene unserer diskusförmigen Spiralgalaxie verläuft, sehen wir in dieser Region besonders viele junge Sonnen, Gasnebel und Sternhaufen. Und beim genauen Hinsehen ergibt sich eine Figur, die kein eigenes Bild ist, aber deutlich einem Sechseck gleicht (siehe gestrichelte Linie in der Karte): Die Ecken dieses Wintersechsecks markieren Sirius, Prokyon, Pollux, Kapella, Aldebaran und Rigel. Im Südosten blinkt als Vorbote des Frühlings bereits Regulus im Löwen. Im Südwesten finden wir die schwachen Sterne des Walfisches sowie des Eridanus.

Zu der für die Karten gültigen Beobachtungszeit (Mitte Februar, 20.30 Uhr) zeigt die Deichsel des Großen Wagens steil zum Nordosthorizont. Um den Polarstern an der Deichselspitze des Kleinen Wagens schlängelt sich das unauffällige Bild des Drachens. Hoch im Nordwesten funkeln das "M" der Kassiopeia, westlich von ihr die Andromeda und tief am Himmel schließlich der Stern Deneb.

Planeten, Mond, Meteore: Während Merkur unbeobachtbar bleibt, erscheint Venus nach der Monatsmitte am westlichen Abendhimmel, wo man sie jeweils für eine halbe Stunde in der Dämmerung aufspüren kann. Mars im Skorpion schimmert am Morgenhimmel, Jupiter in der Waage ist ebenfalls ein Objekt für Frühaufsteher und klettert zum Monatsende schon eine halbe Stunde nach Mitternacht über den Horizont. Auch Saturn im Schützen leuchtet am morgendlichen Firmament tief im Südosten.

Der Mond steht am Mittwoch kommender Woche (7. Februar) im Letzten Viertel, Neumond ist am 15. und Erstes Viertel am 23. Februar. Am Abend dieses Tages zieht der Erdtrabant über den Stern Aldebaran im Stier hinweg. Die Bedeckung beginnt - abhängig vom Beobachtungsort - in Deutschland gegen 17.45 Uhr und endet ungefähr eine Stunde später. Februar ist der an Sternschnuppen ärmste Monat des Jahres. Allenfalls ein paar Delta-Leoniden flitzen um den 25. Februar übers Firmament.