Start in die Weihnachtspause Heiße Weihnacht

Im Süden Deutschlands sind ziemlich warme Weihnachten wahrscheinlicher als weiße. In München werden gar bis zu 20 Grad Celsius erwartet. Plus, versteht sich. Doch zuvor quälen sich viele Reisende durch Staus auf den Straßen - bei sehr unterschiedlichen Wetterlagen.

Weihnachtsverkehr: Stau auf Bayerns Autobahnen

(Foto: dpa)

Mit kilometerlangen Staus und zahlreichen Glätteunfällen sind viele Deutsche in die Weihnachtspause gestartet. Gerade auf Autobahnen in Sachsen-Anhalt, zwischen Berlin und Magdeburg sowie auf der Autobahn 24 von Berlin nach Hamburg könnte es glatt werden. In Baden-Württemberg war viel Verkehr aus Stuttgart in Richtung Skigebiete unterwegs, wie ein ADAC-Sprecher erläuterte. Traditionell wenig Verkehr werde es an Heiligabend auf den Autobahnen geben.

Im Süden herrschten am Samstag fast frühlingshafte Temperaturen, im Norden und Osten behinderten hingegen gefrierender Regen und Schnee den Weg zur Familie oder in den Kurzurlaub. Auf glatten Straßen krachte es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sowie in Mecklenburg-Vorpommern und im südlichen Schleswig-Holstein.

Schon am Freitagabend kam es in Niedersachsen und Bremen auf glatten Straßen zu einer Reihe von schweren Unfällen. So wurden in Bremen drei junge Menschen schwer verletzt. Im niedersächsischen Landkreis Göttingen schleuderte eine 18 Jahre alte Autofahrerin mit ihrem Wagen auf der Bundesstraße B247 in den Gegenverkehr und prallte frontal mit einem Lastwagen zusammen. Die junge Frau wurde schwer verletzt aus den Trümmern geborgen.

Der Deutsche Wetterdienst gab am Samstag für mehrere Regionen Unwetterwarnungen wegen Glatteis auf den Straßen heraus. In Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Bremen und Niedersachsen müsse mit gefrierendem Regen beziehungsweise Schneeregen gerechnet werden, teilte der Wetterdienst mit. Es könne bis zum Sonntag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen.

Milde Temperaturen

In Bayern stiegen die Temperaturen dagegen auf frühlingshafte Werte. In München und im Voralpenland könnte der 24. Dezember laut Vorhersage mit bis zu 20 Grad der wärmste Heiligabend der Geschichte werden. Die Schneefallgrenze in den Bergen lag am Wochenende bei sehr hohen 1500 bis 1800 Metern. Fast überall in Deutschland wird es während der Feiertage zweistellige Temperaturen geben - so grün war Weihnachten schon lange nicht mehr.

Am Sonntag fällt der Prognose zufolge im Nordosten noch Schnee, während es in den meisten Teilen des Landes ergiebig regnet. Im Übergangsbereich muss mit gefährlichem Glatteis gerechnet werden. Die Temperaturen bewegen sich zwischen minus 2 Grad auf der Ostseeinsel Usedom und bis zu 15 Grad am Oberrhein. Heiligabend kann es im Nordosten noch streckenweise glatt sein. Im Süden und teils auch in der Mitte Deutschlands bleibt es trocken, nach Norden und Nordwesten hin wird es im Tagesverlauf trüb und regnerisch. Das Thermometer klettert auf Werte bis 5 Grad im Nordosten und 16 Grad im Breisgau. In den Bergen und an der See sind Sturmböen möglich.

Am ersten Weihnachtstag regnet es vielerorts. Mit Höchstwerten zwischen 7 bis 13 Grad bleibt es mild. Starke Sturmböen sind weiterhin in den Bergen und an der See möglich. Das vorherrschende Tauwetter lässt in den kommenden Tagen auch an vielen Flüssen die Pegelstände steigen. Kurz vor Weihnachten richtete sich Köln zum Beispiel auf steigende Wasserstände am Rhein ein. Die ersten Schutzwände sind aufgebaut.

Die Autofahrer in Bayern profitierten vom warmen Wetter. Reisende, die in Richtung der Skigebiete in Österreich unterwegs waren, mussten am Samstag zwar zähfließenden Verkehr und immer wieder Staus in Kauf nehmen, blieben jedoch von Schnee und Glatteis verschont, wie ein Sprecher des ADAC in München sagte.