Erste Verhandlungen mit dem Talkmaster haben innerhalb der ARD für Unruhe gesorgt. Einige Senderverantwortliche fragen, warum der Werbeträger und Multi-Millionär gerade die Vorzeigesendung des gebührenfinanzierten Fernsehens bekommen soll - und dann auch noch bei RTL weiterarbeiten darf.
In der vorigen Woche hatte Günther Jauch - der Mann, der beim Privatsender RTL zu einer Art Superstar wurde - wohl ein eher harmonisches Gespräch mit der ARD, jener öffentlich-rechtlichen Sendergruppe, in der er das Handwerk erlernt hat.
Günther Jauch (© Foto: ap)
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Es ging wieder um Details seines Vertrages für eine Sonntagabend-Talkshow auf jenem Sendeplatz, den noch bis Sommer 2007 Sabine Christiansen füllt. Nach dem Treffen mit Intendant Jobst Plog und Justiziar Werner Hahn von dem in Jauch-Fragen federführenden Norddeutschen Rundfunks (NDR), sickerten Gerüchte über eine weitgehende Einigung durch.
Die Hauptkonfliktpunkte - Werbeaktivitäten, Exklusivität - seien in einem "Zwischenergebnis" geklärt worden, jetzt rede man nur noch über Kleinkram, bestätigt ein Kundiger.
Erregung in der ARD
Die Nachrichten aus Hamburg steigerten sofort die Erregung in der ARD, wo viele Rundfunkräte, aber auch Senderverantwortliche, die Personalsache Jauch als Sonntagsschuss ansehen, der ins eigene Tor gehen könnte. Sie fragen: Warum sollte der Multi-Millionär aus Potsdam, eine Galionsfigur des Kommerz-TV, die Vorzeigesendung des gebührenfinanzierten Fernsehens bekommen? Warum kommt er nicht ganz zur ARD, sondern bleibt mit Sendungen wie "Wer wird Millionär?" und "Stern-TV" vorerst ein RTL-Gesicht?
Die Sache entwickelt sich zum Politikum. Am Montag teilte ein NDR-Sprecher mit, es sei mitnichten ein Vertrag "paraphiert" worden, wie Focus berichtete. Es gebe keinen Zeitdruck. Auch habe der NDR lediglich ein Verhandlungsmandat für die ARD, kein "Abschlussmandat".
Anders als beim Late-Night-Moderator Harald Schmidt, dessen Vertrag die ARD-Filmfirma Degeto zahlt, wird Jauch von einzelnen ARD-Sendern per Umlage finanziert. Der RTL-Star, der die eigene Firma I & U hat, will sich selbst produzieren.
Das dürfte mehr als neun Millionen Euro pro Jahr kosten - ungefähr so viel wie Sabine Christiansen, die von der TV 21 GmbH hergestellt wird. Hieran ist Christiansen beteiligt.
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