Skurrile Tierschutz-Aktion Haariges Ungeheuer am Steuer

Ob Hunde wohl für Katzen bremsen? In Neuseeland lehrt ein Tiertrainer den Vierbeinern das Autofahren. Die Aktion soll jedoch keine Zirkusnummer werden, sondern auf ein ernstes Problem hinweisen.

Lässig sitzt Monty hinter dem Steuer seines schwarzen Mini, eine blonde Dame auf dem Beifahrersitz. Eine Hand hat er am Lenkrad, die andere irgendwo - wie man das als cooler junger Mann eben macht. Der feine Unterschied: Die Hand am Lenkrad ist eine Pfote und Monty kein Mensch, sondern ein Hund. Genauer: ein 18 Monate alter Riesenschnauzer.

Seit zwei Monaten bringt der Neuseeländer Mark Vette, von Beruf Tiertrainer, drei Hunden das Autofahren bei. Mit beachtlichem Erfolg - obgleich es immer wieder Rückschläge gibt, wie er im neuseeländischen Fernsehen bekannte: "Vor ein paar Tagen war das Auto zu schnell, der Trainer wäre beinahe umgefahren worden." Er will dennoch an seinem Plan festhalten: "Wir werden zeigen, dass Hunde Autofahren können."

Das Ganze soll jedoch keine Zirkusnummer werden und von Tierquälerei kann auch nicht die Rede sein. Die Fahrstunden sind eine Aktion der New Zealand Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA). Die drei ausgewählten Hunde stammen allesamt aus dem Tierheim.

Das Ziel von SPAC: Vorurteile gegenüber Hunden beziehungsweise Tieren aus Tierheimen auszuräumen. "Autofahren soll potenziellen Hundekäufern zeigen, dass man auch einem Hund aus dem Tierheim noch neue Sachen beibingen kann", sagte SPAC-Geschäftsführerin Christine Kalin der Zeitung New Zealand Herald. "Tiere aus dem Tierheim sind keine Tiere zweiter Klasse!"