Skandale der Lebensmittelindustrie Weckruf an die Politik

Pferde-DNA im Rinderhackfleisch, falsch deklarierte Eier und jetzt auch noch giftiger Futtermais: Derzeit jagt ein Lebensmittelskandal den anderen. Hoffentlich wachen nun endlich die Politiker auf - und verbessern die Kontrollen, statt dies immer nur anzukündigen.

Ein Kommentar von Daniela Kuhr

Gut war der Ruf der Lebensmittelindustrie ohnehin nicht. Aber was in den vergangenen drei Wochen passiert ist, hat das Ansehen der Branche endgültig beschädigt: erst die Sache mit dem Pferdefleisch, dann die falsch deklarierten Freilandeier - und jetzt stellt sich auch noch heraus, dass Rinder, Schweine und Geflügel mit krebserregendem Mais gefüttert worden sind. Da muss einem der Appetit ja vergehen.

Zumal im jüngsten Skandal erstmals auch eine Gesundheitsgefahr in Betracht kommt. Zwar nehmen die Behörden im Moment nicht an, dass Fleisch und Milch über die Höchstgrenzen hinaus belastet sind. Aber: Das stark krebserregende Pilzgift Aflatoxin ist nichts, was man im Essen auch nur in Spuren vorfinden möchte. Es war zwar nur eine einzige Lieferung Futtermais verunreinigt. Doch weil die an 13 Futtermittel-Hersteller ging, die ihrerseits mehr als 3500 Höfe belieferten, sind Zehntausende Tiere betroffen - und Hunderttausende Verbraucher.

Drei Skandale in so kurzer Zeit tragen hoffentlich dazu bei, dass die Politik aufwacht: Es reicht nicht, immer nur anzukündigen, dass die Kontrollen verbessert werden. Man muss es auch tun. Und zwar nicht erst am Ende der Produktionskette, sondern in jeder Phase. Dann wäre das Gift nicht erst aufgefallen, als es bereits in der Milch nachweisbar war - oder das Pferdefleisch, als es in der Tiefkühllasagne verarbeitet war.