Eklat um Hockey-Nationalmannschaft Katerstimmung nach der rauschenden Siegesfeier

Sie sollen ihren Olympiasieg so heftig gefeiert haben, dass an Bord ein Schaden in fünstelliger Höhe entstand. Das zumindest wirft die Reederei der "MS Deutschland" den Spielern der Hockey-Nationalmannschaft vor und hat einen Kostenvoranschlag an den Verband geschickt. Dort wartet man noch auf Post - und übt sich in Abwehr.

Die MS Deutschland ist zurzeit auf einer Kreuzfahrt durch die Ostsee unterwegs, am Dienstag war sie im Hafen von St. Petersburg. Doch den Besitzer, die Reederei Peter Deilmann aus Neustadt in Holstein, beschäftigt weiter die Nacht vom 11. auf den 12. August, in der das Schiff in London stationiert war.

In dieser Nacht feierte die deutsche Hockey-Nationalmannschaft mit 400 Gästen in einem Restaurant auf dem Schiff ihren Olympiasieg, bei der Feier entstanden auch Schäden. Nun verschickte die Reederei Kostenvoranschläge an den Deutschen Hockey Bund (DHB) und an eine Agentur in Berlin, die in London die Feiern im sogenannten "Champions Club" veranstaltete. Nach eigenen Angaben. Denn weder beim DHB noch bei der Agentur kam bisher ein Brief an.

Kornelia Kneissl, die Sprecherin der Reederei, bestätigte jedoch einen Bericht der Bild-Zeitung, nach der jener Kostenvoranschlag verschickt wurde. "Wir sind gerade in dem Stadium, in dem die Versicherungen von allen Beteiligten über Schäden und mögliche Kosten informiert werden." Die Schäden am Schiff sollen sich dabei auf 50.000 Euro belaufen, es geht in erster Linie um den Teppich und um die Polstermöbel in dem Restaurant.

"Völlig unverhältnismäßige" Forderungen

Die endgültige Rechnung wäre jedoch höher, da für die Beseitigung der Schäden das Teilstück einer Reise abgesagt werden müsste, voraussichtlich im Oktober. Die Reederei kalkuliert dafür pro Tag mit einem Einnahmeverlust von 75.000 Euro, bei bis zu sechs Tagen Arbeit. Die Gesamtsumme könnte daher bis zu 500.000 Euro betragen.

Wessen Versicherung die Kosten übernehmen würde, steht noch nicht fest. Für den "Champions Club" gibt es eine Veranstalterversicherung. Der DHB hatte jedoch nach der Feier angekündigt, die Kosten zu übernehmen. Allerdings war der Verband damals von deutlich niedrigeren Forderungen ausgegangen.

DHB-Präsident Stephan Abel sagte dem Sportinformationsdienst, dass er die Höhe der angeblichen Forderungen für "völlig unverhältnismäßig" halte. Im Verband bezweifeln sie, dass sie juristisch für etwas haftbar gemacht werden könnten, was einzelne Spieler gemacht haben sollen - zumal keine konkreten Vorwürfe und Beweise vorliegen.

"Der DHB sieht sich nicht in der rechtlichen Verantwortung für diese Schäden", sagte Vorstandssprecher Torsten Bartel.

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