Skandal um falsch etikettierte Fertiggerichte Außer Pferd auch Schwein in Rinder-Tortelloni

Hilcona

Mit dem Geschmack der drei Tiere: Hilcona hat in seine über Lidl unter dem Markennamen "Combino" vertriebenen "Tortelloni Rindfleisch" auch Pferd und Schwein gemischt. 

(Foto: oH)

In einem Hilcona-Produkt, das bei Lidl in den Regalen lag, wurde ein ganzer Zoo verarbeitet: In den Rindfleisch-Tortelloni wurde neben Pferde- auch Schweinefleisch nachgewiesen.

Neben Pferde- war auch Schweinefleisch in dem mutmaßlichen Rinderhack enthalten, mit dem das müsterländische Unternehmen Vossko den Nudelhersteller Hilcona belieferte. Das ergab die Untersuchung von Proben eines polnischen Lieferanten, wie der Kreis Warendorf mitteilte.

Vor allem für Menschen, die zum Beispiel aus religiösen Gründen auf Schweinefleisch verzichten, hat der Skandal eine ganz neue Dimension erreicht.

Vossko hatte bei eigenen Analysen in der vergangenen Woche schon Pferdefleisch in Proben gefunden. Dieses Ergebnis habe sich jetzt in der Analyse des Chemischen Landes- und Veterinäruntersuchungsamtes Münsterland/Emscher-Lippe bestätigt.

Pferdefleisch in Fertiggerichten Welche Produkte betroffen sind

Tortelloni, Ravioli, Chili con Carne: Längst geht es bei dem Skandal um Pferdefleisch in Rinderhack-Produkten nicht mehr nur um Lasagne. Welche Produkte welcher Supermarkt inzwischen aus den Regalen genommen hat: ein Überblick.

Vossko hatte das Liechtensteiner Unternehmen Hilcona beliefert, das für den Discounter Lidl "Combino Tortelloni Rindfleisch" herstellt. Lidl nahm das Gericht daraufhin aus dem Angebot. Nach Angaben von Hilcona ergab der DNA-Test allerdings, dass keine Produkte betroffen sind, die unter dem Markennamen Hilcona verkauft werden.

Details zu dem polnischen Betrieb nannte der Kreis Warendorf nicht. "Nach Mitteilung des Verbraucherschutzministeriums NRW haben die Behörden aufgrund einer Gesetzeslücke derzeit nicht die Möglichkeit, die konkreten Namen der betroffenen Firmen zu nennen oder Probenergebnisse zu veröffentlichen", hieß es. Da von den Produkten nach bisherigem Stand keine akute Gesundheitsgefahr ausgehe, sei es nur möglich, den Namen des betroffenen Unternehmens zu nennen, wenn dieses zustimmt.