Die Moskauer feiern auf Schlittschuhen, die New Yorker Touristen auf Pappe und die Deutschen in Plastiktüten - mit Vollmond, Feuerwerk und nasskaltem Wetter wurde rund um den Globus das neue Jahr begrüßt.

Millionen Menschen weltweit haben bei Festen unter freiem Himmel ins neue Jahr gefeiert. Kein Wunder, war doch dieser Jahreswechsel ein ganz besonderer: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand in der Silvesternacht ein "Blue Moon" am Himmel. Dieses Phänomen eines zweiten Vollmonds innerhalb eines Monats ist sehr selten, in einer Silvesternacht konnte man es seit dem Jahreswechsel 1990/91 nicht mehr beobachten.

Bild vergrößern

Am Brandenburger Tor in Berlin feierten knapp eine Million Besucher ausgelassen ins neue Jahr hinein. (© Foto: AP)

Anzeige

In vielen Städten schmälerte schlechtes Wetter das Vergnügen in der Vollmondnacht - obwohl das nasskalte Wetter mancherorts für modische Neuerscheinungen sorgte.

Verkaufsschlager: Plastiktüten

Am Brandenburger Tor tanzten Berliner und Touristen fröhlich bei Minusgraden und Schneefall. Nach Veranstalterangaben lockte Deutschlands größte Silvesterparty erneut knapp eine Million Besucher an. Der knöchelhohe Schneematsch machte ein sonderbares Accessoire zum Verkaufsschlager: Plastiktüten. Etliche Menschen stülpten sie sich über ihre Schuhe, um keine nassen Füße zu bekommen.

Punkt Mitternacht verwandelte ein Feuerwerk den Himmel über Berlins Zentrum in ein buntes Farbenmeer. Bands wie Right Said Fred und Sänger wie Jürgen Drews und Loona heizten den Partygängern trotz frostogen Temperaturen ein. Die Polizei sprach von einem ausgesprochen friedlichen Fest.

Während beim großen Feuerwerk an den Hamburger Landungsbrücken rund 35.000 Besucher friedlich ins neue Jahr feierten, errichteten rund 200 Randalierer in St. Pauli Straßenbarrikaden. Die Polizei musste sie mit zwei Hundertschaften abdrängen.

Open-Air in Sydney ohne Alkohol

Die ersten, die das Jahr 2010 eingeläutet hatten, waren die rund 5000 Bewohner der Weihnachtsinsel Kiritimati, die zum Pazifikstaat Kiribati gehört. Schon um elf Uhr MEZ feierten die Menschen dort Silvester - in Kiribati verläuft die Datumsgrenze. Danach ließen es die Bewohner Australiens, Neuseelands und anderer Pazifikstaaten krachen.

In der australischen Metropole Sydney mussten die Open-Air-Feiernden auf Alkohol verzichten, bekamen dafür aber ein gigantisches Feuerwerks-Spektakel zu sehen: Vor der berühmten Kulisse der Hafenbrücke und des Opernhauses wurden 36.000 Feuerwerkskörper gezündet.

Weniger friedlich verlief der Jahreswechsel auf den Philippinen, wo bei Krawallen und Unfällen mit Feuerwerkskörpern mindestens fünf Menschen starben.

Strenge Kontrollen in New York

Ein bisschen Leidensfähigkeit mussten die Besucher des Times Square in New York mitbringen: Wer bei der größten Silvesterparty der USA dabei sein wollte, musste strenge Kontrollen über sich ergehen lassen. Die Mitnahme von Rucksäcken und größeren Flaschen war verboten. Empfohlen wurde dagegen die Mitnahme eines Stücks Pappe.

"Einfach draufstellen. Das isoliert ganz ordentlich und die Füße der Touristen frieren nicht", hieß es beim amerikanischen Außenministerium. Der Touristen? "Natürlich der Touristen", sagt die New Yorker Mitarbeiterin des State Departments. "Kein New Yorker würde sich das freiwillig antun."

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Die Welt begrüßt 2010
  2. Regen und Erdrutsche in Brasilien
Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...