Sexuelle Übergriffe Salma Hayek: "Harvey Weinstein war auch mein Monster"

Salma Hayek beschreibt ihre demütigenden Erfahrungen mit Harvey Weinstein.

(Foto: imago/ZUMA Press)
  • Salma Hayek hat sich in einem Text für die New York Times als Opfer sexueller Übergriffe des Hollywood-Moguls Harvey Weinstein beschrieben.
  • Der Produzent habe sie zu Dutzenden sexuellen Handlungen zwingen wollen, einmal habe er ihr sogar mit dem Tod gedroht: "Ich glaube, er hat nichts mehr gehasst als das Wort Nein."
  • Weinstein weist die Anschuldigungen zurück: "Alle sexuellen Vorwürfe von Salma sind nicht korrekt und wurden von anderen, die Zeugen der Ereignisse waren, anders wahrgenommen", ließ er durch eine Sprecherin mitteilen.

Harvey Weinstein, der ehemalige Hollywood-Produzent, hat mutmaßlich viele, viele Frauen sexuell belästigt; einige von ihnen haben in den vergangenen Wochen öffentlich über ihre demütigenden Erlebnisse mit dem 56-Jährigen gesprochen und damit die #MeToo-Debatte neu entfacht. Man wusste also bereits einiges über die frauenverachtenden Handlungen Weinsteins. Dennoch erzeugt das, was Salma Hayek, 51, nun in einem Gastbeitrag in der New York Times schreibt, tiefe Bestürzung.

"Harvey Weinstein war auch mein Monster", schreibt die mexikanische Schauspielern in dem am Mittwoch veröffentlichten Text. Er habe sie zu Dutzenden sexuellen Handlungen zwingen wollen und auf ihre Ablehnung mit Wut und der Androhung von Gewalt reagiert. Einmal habe er sogar gedroht, sie umzubringen.

Zu Beginn ihrer Karriere sei sie aufgeregt und stolz gewesen, mit Weinstein zusammenarbeiten zu dürfen - sie habe nicht den Hauch einer Ahnung davon gehabt, wie sehr ihr der Produzent später zusetzen würde. Und wie oft sie "Nein" zu ihm würde sagen müssen.

Sie schreibt: "Nein dazu, ihm meine Tür zu jeder Zeit in jedem Hotel an jedem Ort zu öffnen, wenn er dort unerwartet auftauchte, sogar, als ich einmal einen Film drehte, an dem er nicht beteiligt war. Nein dazu, mit ihm zu duschen. Nein dazu, mir beim Duschen zuzusehen. Nein dazu, mich zu massieren. Nein dazu, mich von einem nackten Freund von ihm massieren zu lassen. Nein zu Oralsex mit ihm. Nein dazu, mich mit einer anderen Frau auszuziehen. Nein, nein, nein..." In seinen Augen sei sie keine Künstlerin gewesen, nicht einmal eine Person. "Ich war ein Ding: Ein Körper."

Sie habe über diese Dinge lange geschwiegen, schreibt Hayek, sie sei "hirngewaschen" gewesen und habe sich vor sich selbst, ihren Freunden und vor ihrer Familie nicht erklären wollen. Erst jetzt, nachdem zahlreiche andere Frauen - darunter berühmte Schauspielerinnen wie Ashley Judd - Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigung vorwerfen, habe sie den Mut gefasst, auch ihre Erlebnisse öffentlich zu machen.

Weinstein ist inzwischen von seiner Firma entlassen worden. Er hat Fehlverhalten zugegeben, weist Vergewaltigungsvorwürfe jedoch zurück. Auch in diesem Fall: "Alle sexuellen Vorwürfe von Salma sind nicht korrekt und wurden von anderen, die Zeugen der Ereignisse waren, anders wahrgenommen", teilte eine Sprecherin Weinsteins am Donnerstag mehreren US-Medien mit. Er könne sich nur einmal an ein "rüpelhaftes Verhalten" erinnern, weil er mit dem Schnitt für den Film unzufrieden gewesen sei.

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