Hilfe von unerwarteter Seite: Somalische Islamisten bereiten angeblich einen Angriff auf die Piraten vor, die den saudiarabischen Tanker in ihrer Gewalt halten.
Somalische Islamisten bereiten nach eigenen Angaben einen Angriff auf die Piraten vor, die vor der Küste des Landes einen saudiarabischen Supertanker in ihrer Gewalt halten.
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Gekaperter Supertanker "Sirius Star": "Wir haben unsere Kämpfer in Stellung gebracht." (© Foto: AFP)
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"Wir haben unsere Kämpfer in Stellung gebracht", sagte ein Sprecher der Extremisten, Scheich Abdirahim Isse Adow, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Als erster Schritt sollten die Versorgungs- und Kommunikationswege zwischen den Piraten auf dem Schiff und ihren Komplizen an Land unterbrochen werden.
Die Islamisten begründen ihre Angriffspläne damit, dass es sich bei dem Öltanker um ein muslimisches Schiff handele. Die Sirius Star hat eine 25-köpfige Besatzung und Ladung im Wert von schätzungsweise 100 Millionen Dollar an Bord. Die Islamisten kämpfen seit fast zwei Jahren gegen die vom Westen unterstützte Regierung in Somalia.
In der Frage des gekaperten Supertankers, der nahe der Stadt Haradheere im Meer ankern soll, sind die Rebellen gespalten: Ein Bewohner Haradheeres sagte Reuters per Telefon, eine Gruppe Islamisten sei mit den Piraten zusammengekommen und habe eine Beteiligung an einem Lösegeld gefordert. Es gebe aber noch keine Abmachung.
Piraten hatten die Sirius Star vor einer Woche weit vor der Küste geentert. In Somalia existiert seit 1991 kein funktionierender Zentralstaat mehr. Die Piraten nutzen den rechtlosen Raum, um immer größere Schiffe zu kapern und für sie Lösegeld zu fordern. Die spektakuläre Entführung der Sirius Star gilt als die bisher größte dieser Art und hat in der Reedereibranche weltweit noch mehr Besorgnis ausgelöst.
Dem ägyptischen Suez-Kanal drohen nach Einschätzung von Kreisen des Kanalbetreibers Geschäftseinbußen wegen der immer stärker um sich greifende Piraterie. Große Reedereien meiden zunehmend das Gewässer südlich des Meerweges, der das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet: So schickt die dänische Reederei A.P. Moller-Maersk einige ihrer 50 Öltanker auf die Strecke über das Kap der Guten Hoffnung statt durch den Suez-Kanal. Auch andere Schifffahrtsunternehmen wie die norwegische Frontline erwägen ähnliche Schritte.
Als Reaktion auf die zunehmende Piraterie haben mehrere Staaten Kriegschiffe in die Region entsandt. Auch die Bundeswehr hat Schiffe dort und soll sich an einem geplanten EU-Einsatz beteiligen.
Piraten lassen griechischen Frachter frei
Gegen Lösegeld haben unterdessen somalische Piraten einen im September entführten Chemikalien-Frachter freigegeben. Das erklärte am Samstag die in Piräus ansässige Reederei Mare Shipmanagement.
Wie viel Lösegeld gezahlt wurde, wollte sie nicht sagen. Wie das griechische Handelsmarineministerium mitteilte, kam auch die 19-köpfige Besatzung unversehrt frei. Die MV Genius sei nun auf dem Weg zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und inzwischen 800 Kilometer von Somalia entfernt.
Die unter liberianischer Flagge fahrende MV Genius ist in griechischem Besitz. Das Schiff wurde am 26. September im Golf von Aden gekapert.
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(Reuters/gba)
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