Der Braunbär "JJ3" zeigte keine Scheu mehr und suchte seine Nahrung systematisch in Siedlungen. Am Montag wurde er im Raum Mittelbünden abgeschossen.

Knapp zwei Jahren nach der Erschießung von Braunbär "Bruno" in Bayern ist jetzt auch sein Bruder "JJ3" in der Schweiz getötet worden. "JJ3" wurde wie seinem Bruder letztlich seine fehlende Scheu zum Verhängnis. Der Braunbär hatte sich in den vergangenen Wochen seine Nahrung systematisch in Siedlungen gesucht, wie das Bundesamt für Umwelt am Dienstag mitteilte.

Brundo ddp

Der Bruder von Braunbär Bruno, der in München ausgestellt ist, wurde in der Schweiz erschossen. (© Foto: ddp)

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"JJ3" sei damit zum Sicherheitsrisiko für Menschen geworden. Versuche, den Bären mit lauten Geräuschen und Gummigeschoßen zu vergraulen, haben nicht gefruchtet. Die Verantwortlichen von Bund und Kanton Graubünden hätten deshalb den Abschuss des Tieres beschlossen. Getötet wurde er den Angaben zufolge am Montagabend im Raum Mittelbünden.

Die Umweltorganisation WWF kritisierte, dass die Behörden nicht den "einfachsten und logischsten Schritt" gegangen seien. Die Bevölkerung hätte intensiv darüber aufgeklärt werden müssen, keine Speisereste in Mülltonnen zu werfen. In den Siedlungen sei der Bär leicht an Nahrung gekommen. "Er hat sich nie Menschen genähert", betonte die WWF-Sprecherin Astrid Deilmann. "Er hat auch nie jemanden angegriffen."

Das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden betrieb viel Aufwand, um dem Tier die Flausen auszutreiben. Als der Bär Anfang März sein Winterquartier verlassen hatte und sich im Albulatal, auf der Lenzerheide und in der Gegend um Savognin herumtrieb, blieben ihm Nacht für Nacht Wildhüter auf den Fersen. "JJ3" wurde mit Gummischrot und Knallkörpern empfangen, wo immer er sich besiedeltem Gebiet und deren Abfallkübeln näherte. Ein Halsband mit Sender, das ihm im Herbst verpasst worden war, ermöglichte es, seine Wanderungen zu orten - alles ohne Erfolg. Ein Angebot des Berner Tierparks, Meister Petz Asyl zu gewähren, lehnte der Kanton ab.

Vor knapp zwei Jahren war Bruno auf Anweisung des damaligen bayerischen Umweltministers Werner Schnappauf (CSU) erschossen worden. Der in den Alpen umherstreifende Braunbär hatte zuvor zahlreiche Nutztiere gerissen und sogar Ställe aufgebrochen. Seit 27. März ist das ausgestopfte Tier im Münchner Museum Mensch und Natur im Schloss Nymphenburg zu sehen.

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(sueddeutsche.de/AP/ddp/dpa/mkf/bosw)