Schutz für umstrittenen Brauch Spanien erhebt den Stierkampf zum Kulturgut

Umstrittener Brauch: Stierkampf im spanischen Pamplona

Tierschützer nennen es eine blutige Quälerei, Traditionalisten halten es für ein schutzwürdiges Kulturerbe: Der Stierkampf ist auch in Spanien umstritten. Nun hat Senat in Madrid Position bezogen - und den umstrittenen Brauch zum Kulturgut erklärt.

Spanien hat den Stierkampf zu einem "immateriellen Kulturgut" erklärt. Der Madrider Senat verabschiedete ein entsprechendes Gesetz, das den Stierkampf einem besonderen Schutz unterstellt.

Laut Medienberichten stimmten bei einer Abstimmung im Senat die regierenden Konservativen für das Vorhaben. Die Sozialisten enthielten sich, und die übrigen Parteien stimmten dagegen. Das Abgeordnetenhaus hatte dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Das Gesetz sieht eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung des Stierkampfes vor. Die Regierung wird aufgerufen, einen "nationalen Plan" für die Stierkampf-Förderung aufzustellen. Außerdem soll sie sich dafür einsetzen, dass ein Antrag auf Aufnahme des Stierkampfes in die Unesco-Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Menschheit gestellt wird.

Die Initiative zu dem Vorhaben war von einem Volksbegehren ausgegangen. Anhänger des Stierkampfes hatten dazu 600.000 Unterschriften gesammelt. Laut Zählungen von Tierschutzorganisationen sterben in Spanien bei etwa 2000 Stierkämpfen jedes Jahr etwa 30.000 Stiere.