Saudi-arabische Religionsgelehrte empfehlen Eltern, ihre Kinder künftig nicht mehr zu öffentlichen Enthauptungen, Steinigungen, Auspeitschungen und Amputationen mitzunehmen. So soll der Nachwuchs vor seelischem Schaden bewahrt werden.
Das empfahl die Mehrheit islamischer Religionsgelehrter in Saudi-Arabien bei einer Umfrage. Die Zeitung Saudi-Gazette zitierte jedoch am Montag Eid al-Schammari, ein ehemaliges Mitglied des Schura-Rates, der meinte, dieses grausige Spektakel könne Kinder davon abhalten, später zu Verbrechern zu werden. "Abschreckung ist nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder."
Demonstration von Fußfesseln in Afghanistan. Die Apperatur kam bei Stockschlägen auf Füße und Beine zum Einsatz. (© Foto: dpa)
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Andere Religionsgelehrte erklärten dagegen, in den westlichen Ländern seien schließlich nicht umsonst Altersbeschränkungen für Gewalt-Filme eingeführt worden. Kinder könnten durch den Anblick von Gewaltszenen seelischen Schaden nehmen.
Scheich Saed Al-Amar, Direktor des Instituts für religiöse Studien in Hail, sagte, Kinder sollten ihre Väter nicht zu dem Platz begleiten, auf dem die Strafen nach islamischem Recht ("Scharia") vollstreckt werden.
Keine prophetische Aufforderung
Er argumentierte, der Prophet Mohammed habe die Muslime aufgefordert, ihre Kinder zu religiösen Festen zum Gebet in die Moschee mitzunehmen. Es gebe aber keinen ähnlichen Ausspruch des Propheten in Bezug auf die Vollstreckung der "Scharia"-Strafen.
In Saudi-Arabien werden jedes Jahr Dutzende von Menschen vom Henker enthauptet. Die Enthauptung findet auf einem offenen Platz statt, damit jeder zusehen kann.
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(sueddeutsche.de/dpa)
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