Der auch für den Menschen gefährliche H5N1-Virus ist erstmals in einem deutschen Nutztierbetrieb bestätigt worden. Betroffen ist ausgerechnet Sachsens größter Geflügelbetrieb. Nun werden alle Tiere, ingesamt rund 16.000 Vögel, gekeult. Angela Merkel spricht von einer "ernsten Situation".
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich besorgt über den Ausbruch der Vogelgrippe in dem sächsischen Nutztierbestand geäußert. Dies sei eine "ernste Situation", sagte die CDU-Chefin in Berlin.
Der Inhaber der Wermsdorfer Geflügelzuchtanlage auf einem Freigelände für Gänse. In dem Betrieb gibt es einen ersten Vogelgrippe- Verdachtsfall. (© Foto: dpa)
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Man müsse jetzt vor allen Dingen mehr über die Infektionswege in Erfahrung bringen, denn bislang sei Sachsen ja nicht als eine Region bekannt gewesen, in dem Vogelgrippe bei Zugvögeln aufgetreten war.
"Und das wirft eine ganze Menge Fragen auf", sagte Merkel. Die Konsequenz müsse sein, alle Regeln der Europäischen Union auch wirklich ganz bewusst einzuhalten.
Bereits 700 Tiere verendet
Das gefährliche Virus H5N1 wurde in Proben verendeter Tiere aus einer Geflügelfarm im sächsischen Mutzschen östlich von Leipzig mit mehr als 10.000 Tieren nachgewiesen, wie das Sozialministerium in Dresden bestätigte.
Es sind bereits rund 700 Tiere verendet. Bei der Geflügelfarm handelt es sich um den größten Geflügelzuchtbetrieb Sachsens. Derzeit werden laut Ministerium die vorgeschriebenen Schutzzonen eingerichtet.
Danach gilt drei Kilometer um den betroffenen Geflügelhof absolute Sperrzone. Im erweiterten Umkreis von zehn Kilometern werden Vögel beobachtet.
Außerdem werden nun alle rund 16.000 Tiere getötet. Dabei handelt es sich um 8000 Puten, 5000 Gänse und 3000 Hühner.
Sozialministeriumssprecher Ralph Schreiber wies darauf hin, dass nach der Geflügelpestverordnung bei Vogelgrippe die Keulung des gesamten betroffenen Bestands vorgeschrieben sei. Dazu reicht das bereits vom Amtstierarzt diagnostizierte H5-Virus aus. Deshalb stand die Tötung aller Tiere dieses Betriebs unabhängig vom endgültigen Befund fest.
Die Bestätigung des Virus erfolgte im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems, wohin Proben noch am Dienstagabend geschickt wurden. Zuvor hatte ein Amtstierarzt ein Influenza-A-Virus vom Typ H5 festgestellt. Geprüft werde noch, ob es sich bei dem Virus um die aggressive Variante "Asia" handelt. Im aktuellen Seuchenzug wurde allerdings noch keine andere Variante als "Asia" registriert.
Der Ministeriumssprecher betonte weiter, dass er nicht damit rechne, dass bereits infizierte Puten an den Verbraucher gelangt seien. Vor der Schlachtung müssten sämtliche Tiere untersucht werden. Zudem gelte die Empfehlung an die Verbraucher, Geflügelfleisch immer gut abzukochen oder durchzubraten. Er erinnerte daran, dass das Vogelgrippe-Virus ab 70 Grad auf jeden Fall abgetötet wird.
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(AP)
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