Russland 23 Tote bei Brand in Altenheim

In der Nähe von Moskau sind bei einem Brand in einem Heim für Alte und Behinderte 23 Menschen ums Leben gekommen. In diesem Jahr war es bereits der dritte Zwischenfall dieser Art in Russland.

Beim dritten schweren Brand in einem russischen Heim für Alte und Behinderte in diesem Jahr sind südlich von Moskau mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen.

Ein Kurzschluss oder der unsachgemäße Umgang mit offenem Feuer seien wahrscheinlich die Ursache. Das teilte der Zivilschutz des Gebietes Tula, 200 Kilometer von Moskau entfernt, nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Obwohl das Feuer in dem zweistöckigen Heim am Sonntag zur Mittagszeit ausbrach, hätten die Rettungskräfte lange auf sich warten lassen, berichteten Augenzeugen. In ersten Berichten war am Sonntag zunächst von sieben Toten die Rede gewesen.

Elementare Sicherheitsregeln missachtet

Erst einen Tag später wurde die Öffentlichkeit über das Ausmaß der Katastrophe informiert. Am Montag wurden noch mehrere Bewohner vermisst. Der Einsatzstab vermutete, dass sie im Chaos der Evakuierung zunächst in benachbarten Wohnhäusern untergebracht worden waren.

Die Zivilschutzbehörden hatten im Sommer nach eigenen Angaben vergeblich die Schließung des Heims mit 300 Bewohnern wegen unzureichender Feuerschutzmaßnahmen beantragt.

Bei der schlimmsten Brandkatastrophe in Russland seit zehn Jahren waren im März insgesamt 63 bettlägerige Bewohner beim Brand ihres Altenheims im südrussischen Gebiet Krasnodar ums Leben gekommen. Im Juni starben zehn Menschen in den Flammen eines Heims für Alte und Behinderte im sibirischen Gebiet Tomsk.

In vielen russischen Sozialeinrichtungen herrschen vor allem auf dem Lande erschreckende Zustände. Häufig werden elementare Sicherheitsregeln missachtet. Die Bewohner von Altenheimen, Internaten oder Anstalten für psychisch Kranke können dem Feuer nicht entkommen, da die Fluchtwege versperrt sind. Wegen der niedrigen Löhne fehlt es vielerorts an qualifiziertem Personal.