Rockergruppe Hells Angels Hanebuth bleibt in Haft

Hannoveraner Hells Angel Hanebuth: Die spanischen Behörden behalten ihn vorerst in Haft

(Foto: dpa)

Nach Razzia auf Mallorca: Die spanische Polizei will den Hannoveraner Hells-Angels-Präsident Frank Hanebuth im Gefängnis behalten. Sie soll ihn für die "wichtigste Figur der Rockerszene in Europa" halten - und wirft ihm unter anderem Geldwäsche, Betrug, Zuhälterei und Menschenhandel vor.

Von Hans Leyendecker

Frank Hanebuth bleibt vorläufig in Haft. Dies entschied ein Haftrichter in Palma auf Mallorca. Der bekannteste und angeblich einflussreichste deutsche Rocker war am Dienstagmorgen im Rahmen einer Razzia spanischer Sondereinheiten auf Mallorca, bei der mehr als zwanzig Hells Angels vorläufig festgenommen wurden, verhaftet worden.

Einige der Festgenommenen, darunter Jens B., ein früheres Mitglied der Hells Angels aus Hannover, kamen frei. Gegen den 49 Jahre alten Hanebuth allerdings wurde Haftbefehl erlassen. Aus Sicht spanischer Ermittler soll Hanebuth, der viele Jahre Präsident des Charters der Hells Angels in Hannover war, die "wichtigste Figur der Rockerszene in Europa" sein. Das soll so im Haftbefehl stehen. Hanebuth pflege "viele internationale Kontakte".

Bei den strafrechtlichen Vorwürfen geht es vor allem um angebliche Geldwäsche, um angeblichen Betrug, um Zuhälterei, Menschenhandel und andere Delikte. Die spanischen Strafverfolger werfen den Rockern Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Razzia war eine Demonstration von Stärke

Für Außenstehende ist nicht klar, welche Tat im einzelnen welchem der mehr als zwanzig beschuldigten Rocker zugeordnet wird. Da Hanebuth, der sich seit etwa 2010 häufiger auf Mallorca aufhielt, aus der Perspektive der Ermittler der Kopf der Bande war, soll er die angebliche Vereinigung auch dirigiert haben.

Aus den bisher bekannt gewordenen Haftbefehlen und anderen Papieren der spanischen Ermittler ergibt sich allerdings kein konkreter Hinweis auf angebliche Pläne der Hells Angels, mit Schwarzgeld eine Formel-1-Strecke auf Mallorca zu bauen. Dies versichert eine spanische Quelle. Solche Gerüchte waren von spanischen Sicherheitsleuten genährt worden.

Der Schlag gegen die Rocker war offenbar auch eine Demonstration der Stärke. Bei der Razzia gegen die zumeist aus Deutschland stammenden Hells Angels drehte die Polizei ein Video, das vermummte Beamte beim Zugriff zeigt. Das Video ist im Internet zu sehen. Es zeigt beschlagnahmtes Geld, sichergestellte Flinten, ein neues Motorrad, ein schnelles Auto und einen Drogenhund.