Es sind auch die kleinen Details, die einen Auftritt außergewöhnlich machen können und dafür sorgen, dass ihn der aufmerksame Zuschauer in Erinnnerung behält. Ein paar Beispiele vom jüngsten Rock-im-Park-Festival in Nürnberg.
Das Bo, Fünf-Sterne-Deluxe-Rapper und Judith Holofernes, Wir sind Helden-Sängerin, widmeten sich so sehr Sperenzien auf der Bühne, dass sie glatt drauskamen und den Text vergaßen. Bei den Helden soufflierte Keyboarder Jean-Michel Tourette, und Das Bo versprach, die vergessene Strophe im nächsten Jahr nachzuliefern.
Judith Holofernes, Sängerin und Gitarristin von Wir sind Helden (© Foto: ddp)
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Eben jener Das Bo scheint außerdem zu viel in Bierzelten rumgegrölt zu haben. Auf der Bühne pries er "Hey Baby - Uh! Ah!" als besten Karaoke-Sang der Welt an, stimmte die Zeile an und animierte zur Nachahmung. War aber doch nur ein Scherz, mit dem er seinen Hit "Türlich, türlich, sicher Dicker" einleitete.
John Frusciante, Gitarrist der Red Hot Chili Peppers, zupfte sein Instrument beim Schluß-Gig so leidenschaftlich, bis er sich den Mittelfinger wund gespielt hatte. Seine Gitarre war fortan mit ein paar Blutsprenkeln verziert. Frusciante ließ sich aber kein bisschen aus dem Konzept bringen und spielte saubere Riffs bis zum Ende.
Roisin Murphy, Moloko-Sängerin mit Vorliebe für aufreizende Outfits und schrille Maskerade, zog es am stärksten zum Publikum hin. Mehrmals nahm sie ausgiebig die Händeparade der ersten Reihe ab, doch das war ihr nicht genug. Beim letzten Song kletterte sie ins Publikum und avancierte zur Stage-Diverin. Vor allem die männlichen Fans rissen sich darum, die exzentrische Irin auf Händen zu jonglieren.
Den stilvollsten Abgang lieferte James Walsh, Sänger und Gitarrist von Starsailor: Als das Set seiner Britpop-Band vorbei war und die Kollegen sich schon verduftet hatten, genoss er die Bühne für sich und stimmte noch ein kleines Gitarrensolo an: Eine Melodielinie spielend schlurfte er dann mit einem Grinsen von der Bühne.
(sueddeutsche.de)
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