Rettung aus Höhle:Das Wunder von Thailand

Mehr als zwei Wochen lang sitzen zwölf Jungs und ihr Betreuer in einer Höhle fest. Nun sind sie alle in Freiheit - und selbst die Experten staunen.

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(Foto: (Royal Thai Navy Facebook Page/AP)

"Hooyah!" schreibt die thailändische Marine am Dienstagabend Ortszeit auf Facebook. Soll heißen: "Juhu! Es ist geschafft!" Trotz aller Zweifel und Gefahren haben die zwölf Jungs und ihr Trainer die Höhle verlassen, in der sie 17 Nächte lang festsaßen. In einer dreitägigen Rettungsaktion haben Helfer die Eingeschlossenen nach und nach ins Freie geholt.

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(Foto: AP)

Das Drama, das für die Jungs nun ein glückliches Ende gefunden hat, beginnt am 23. Juni: An diesem Tag ist die Fußballmannschaft in der Tham-Luang-Höhle im Norden des Landes unterwegs, als sie von heftigen Regenfällen überrascht wurde, welche die Höhle fluten und ihnen den Rückweg abschneiden.

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(Foto: AFP)

Für die Angehörigen beginnt eine bange Zeit des Wartens und Hoffens. Diese Schüler in der nahegelegenen Schule in der Provinz Chiang Rai haben sich am 2. Juli versammelt, um für ihre vermissten Klassenkameraden zu beten. Zu diesem Zeitpunkt sitzen die Jungs bereits seit neun Tage in der Höhle fest. Neun Tage mit kaum Proviant, ohne Licht und ohne zu wissen, ob sie je gefunden werden.

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(Foto: N/A)

Doch am selben Tag, eine Stunde vor Mitternacht, kam die erlösende Botschaft: Sie leben! Rettungstaucher entdecken die Gruppe etwa vier Kilometer vom Höhleneingang entfernt. Der Weg dorthin ist selbst für die Profis schwierig und gefährlich. Ein wackeliges und unscharfes Video geht um die Welt: Es zeigt die Jungen, versammelt in der Höhle, eine Taschenlampe erhellt die Dunkelheit. "Wie viele seid ihr?", fragt ein Taucher. "Dreizehn!", ruft einer der Jungen. Ihre ersten Fragen: "Wann kommen wir raus?" und sie bitten nach Essen: "Sag ihnen, wir sind hungrig."

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(Foto: AFP)

Bei den Angehörigen ist die Erleichterung groß. Die Retter haben Bilder der Jungen mit an die Oberfläche gebracht. Doch schnell wird klar, dass ihnen der schwierigste Teil der Rettung noch bevorsteht: Sie müssen tauchen lernen, um die Höhle verlassen zu können.

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(Foto: N/A)

Die Helfer pumpen tagelang Wasser aus der Höhle ab, um den Zugang zu erleichtern. Doch in Thailand ist Monsunzeit, es werden weitere Regenfälle befürchtet, die die Höhle weiter fluten und eine Rettung vielleicht sogar ganz unmöglich machen könnten. Die Zeit drängt also.

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(Foto: Getty Images)

Die Angehörigen harren jeden Tag vor der Höhle aus, beten und versuchen, mit ihren Söhnen, Neffen und Brüdern zu kommunizieren. Ihr Schicksal rührt Menschen auf der ganzen Welt. Für einen Moment scheinen alle Ländergrenzen vergessen. Die Urängste, die diese Geschichte anspricht (verloren sein im Dunkeln, Verlust der eigenen Kinder) erzeugen eine große Anteilnahme.

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(Foto: AFP)

Die Ängste sind nicht unbegründet. Am 5. Juli stirbt ein Taucher in der Höhle, als er versucht, Behälter für Atemluft zu platzieren. Der 38-Jährige war ein erfahrenes Ex-Mitglied der Thai Navy Seals. Er hatte an dem Einsatz freiwillig teilgenommen. "Wir haben einen Mann verloren, aber wir haben immer noch den Glauben, um unsere Arbeit zu erledigen", sagt der Chef Navy Seal, Apakorn Yookongkaew.

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(Foto: AFP)

Drei Tage später, am 8. Juli, beginnt dann die eigentliche Rettungsaktion. Ein internationales Team begleitet die Jungen einzeln aus der Höhle. Zuvor haben die Profi-Taucher mit ihnen geübt, wie man eine Maske aufsetzt und atmet. Der Weg, den sie nehmen, ist kompliziert und gefährlich. An einigen Stellen ist die Höhle nur 40 Zentimeter hoch, an anderen sind es mehr als vier Meter. Das Wasser ist so voller Dreck und Schlamm, das sie praktisch blind tauchen müssen. Der etwa vier Kilometer lange Weg ist aber nicht komplett geflutet. Insgesamt müssen die Jungen etwa einen Kilometer tauchen. Bis sie wieder im Freien sind, brauchen sie etwa fünf Stunden.

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(Foto: REUTERS)

Der dänische Taucher Ivan Karadzic, der die Jungen begleitet, ist gerührt. "Ich kann nicht glauben, wie cool diese Jungs sind", sagt er dem Sender BBC. Höhlentauchen in diesem Alter sei alles andere als normal und dann in so einer gefährlichen Umgebung. "Sie sind unglaublich stark."

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(Foto: REUTERS)

Nach drei Tagen ist es endlich soweit: Der letzte Junge verlässt sicher die Höhle. "Wir wissen nicht, ob dies ein Wunder ist, Wissenschaft oder etwas anderes", schreiben die Thai Navy Seals kurz darauf auf ihrer Facebook-Seite. Insgesamt waren an der Rettung mehr als tausend Helfer beteiligt. Das Kernteam bestand aus 18 Spezialtauchern, davon der größte Teil aus Ländern wie Australien und Großbritannien. Auch vier Helfer, die in den vergangenen Tagen mit den Jugendlichen in der Höhle ausgeharrt hatten, sind wieder sicher im Freien.

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(Foto: AFP)

Die Geretteten erholen sich derweil im Krankenhaus. Den Ärzten zufolge haben sie die Strapazen gut überstanden, zwei werden wegen einer Lungenentzündung behandelt. Ihr Zustand sei aber "normal". Bis sie ihre Eltern wieder in die Arme schließen können, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Um einer Infektionsgefahr vorzubeugen, sind sie noch voneinander getrennt. Aber zumindest nur durch eine Glasscheibe und nicht mehr durch eine mehr als vier Kilometer lange Höhle.

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