Es ist eine der höchsten Belohnungen in der deutschen Kriminalgeschichte: Für Hinweise auf die "Phantommörderin" gibt es nun 300.000 Euro.
Mit einer der höchsten Belohnungen in der deutschen Kriminalgeschichte will die Polizei den Fahndungsdruck im Fall der mysteriösen "Phantommörderin" von Heilbronn erhöhen. Für Hinweise zur Aufklärung der Verbrechensserie, die unter anderem auch den Mord an einer Polizistin umfasst und sich über mehr als 30 Tatorte im In- und Ausland erstreckt, sei die Belohnung auf 300.000 Euro verdoppelt worden, teilte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) am Dienstag in Stuttgart mit.
Bild vergrößern
Polizisten sichern im April 2007 Spuren am Tatort des Polizistenmordes in Heilbronn. Im Fall der "Phantommörderin" tappt die Polizei immer noch im Dunkeln. (© Foto: AP)
Anzeige
Mit diesem Schritt erhoffe man sich vor allem, dass mögliche Komplizen der bislang nicht identifizierten "Phantommörderin" ihr Schweigen brechen. Die Ermittler standen bislang immer wieder vor dem Problem, dass mutmaßliche Tatbeteiligte möglicherweise aus Angst keine entscheidenden Hinweise zur Ergreifung des "Phantoms" machten.
Justizminister Ulrich Goll (FDP) sprach von einer der höchsten Belohnungen der deutschen Kriminalgeschichte. Nach wie vor haben die Ermittler keine heiße Spur in dem mysteriösen Fall, der bis in die frühen 90er Jahre zurückreicht.
Jede Menge Genmaterial
Von der unbekannten Täterin tauchten immer wieder DNA-Spuren auf. Insgesamt wurde von der "Phantommörderin" stammendes Genmaterial mindestens 38 Mal in Deutschland, Frankreich und Österreich identifiziert, darunter in mehreren Mordfällen.
So auch im April 2007, als zwei Polizisten auf der Heilbronner Theresienwiese niedergeschossen wurden. Eine 22-jährige Polizistin wurde mit einem Kopfschuss getötet, ihr Kollege überlebte schwer verletzt. Die DNA-Spur der Frau wurde am Dienstfahrzeug der Beamten gefunden.
Zuletzt waren Spuren der Gesuchten im Zusammenhang mit dem Todesfall einer 45 Jahre alten Frau nahe Heilbronn und bei den Ermittlungen zu einer Einbruchserie in Rheinland-Pfalz und im Saarland aufgetaucht. Die gesuchte Frau wird aber auch mit den Morden an einer Rentnerin in Idar-Oberstein 1993 und an einem Rentner in Freiburg 2003 in Verbindung gebracht. Außerdem gab es eine DNA-Spur im Fall von drei im Januar 2008 ermordeten georgischen Gebrauchtwagenhändler im Raum Heppenheim. Sie befand sich in dem Auto des mutmaßlichen Täters.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(AP/hai/woja)
Frauen in Saudi-Arabien