Das Lotto-Fieber ist vorbei. Über jeweils 15 Millionen Euro freuen sich ein Thüringer, ein Internet-Tipper und ein Bild-Leser - das Blatt hatte Systemscheine verlost.

Der größte Lotto-Jackpot aller Zeiten wird unter drei Spielteilnehmern aufgeteilt: Ein Bild-Leser, ein Internet-Tipper und ein Spielteilnehmer aus Thüringen hatten bei der Ziehung am Mittwochabend sechs Richtige und die passende Zusatzzahl. Auf jeden richtigen Tippschein entfielen damit 15,1 Millionen Euro, teilte Lotto Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart mit. Damit steige die Zahl der Lotto-Millionäre in diesem Jahr auf 77.

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Die Boulevard-Zeitung berichtete im Anschluss an die Ziehung am Mittwochabend, auf einem von 24 an Leser verlosten sogenannten Super-Systemscheinen im Wert von jeweils 6009 Euro stünden die Glückszahlen 9 - 10 - 24 - 28 - 39 - 42 und die Superzahl 3.

Der Jackpot-Gewinner sagte in einem Telefonat mit Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, er habe als Glückszahlen seinen Hochzeitstag und die Geburtstage seiner Kinder getippt.

Ganz alleine wird der Bild-Leser die 43 Millionen nicht ausgeben können. Ein Kunde des Internet-Anbieters Tipp24.de aus Schleswig-Holstein hat ebenfalls die richtigen Zahlen getippt. Dies teilte Lotto-Sprecher Klaus Sattler mit. Der dritte Treffer der ersten Gewinnklasse wurde in Thüringen erzielt.

Neben den drei Jackpot-Knackern können sich den Angaben zufolge 21 weitere Spielteilnehmer über einen "einfachen" Lotto-Sechser freuen. Sie erhalten jeweils 263.000 Euro.

Nie dagewesener Ansturm auf den Jackpot

Bis zuletzt gab es einen Rekordansturm auf den Jackpot. Insgesamt gab es einen Spieleinsatz von 135 Millionen Euro, wie ein Sprecher der Staatlichen Toto Lotto GmbH Baden-Württemberg sagte.

Noch nie war der Einsatz bei einer Mittwochsziehung bislang so hoch, er lag um 60 Prozent über dem der Vorwoche. 20 Millionen Lotto-Scheine wurden in der Hoffnung auf den großen Gewinn ausgefüllt, wie der Sprecher weiter sagte. Millionen fieberten bei der abendlichen Ziehung mit.

Der bisherige Rekordjackpot in Höhe von 37,7 Millionen Euro war am 7. Oktober 2006 in der zwölften Ausspielung von einem Lottospieler aus Nordrhein-Westfalen abgeräumt worden. Mit sechs Tippreihen für 9,50 Euro gewann ihn ein 41-jähriger Krankenpfleger aus Westfalen.

Geistlicher warnt vor Spielsucht

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, äußerte Verständnis für das Lottofieber. Es folge einer "ganz tiefen Sehnsucht nach Glück", sagte er im Deutschlandradio Kultur. Der Prälat warnte aber vor der Gefahr von Spielsucht. "Ich denke, entscheidend ist, wie groß ist wirklich die Gefahr, dass Menschen süchtig werden, dass sie abhängig werden, dass sie selber ihre Grenzen nicht richtig erkennen? Das sind für mich ganz entscheidende Dinge."

Glücksspiele müssten sich danach bemessen lassen, ob sie Anreizsysteme schafften oder Menschen verführten. Er glaube aber, dass man bei dem großen Jackpot in dieser Hinsicht relativ gelassen sein könne.

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(AP/dpa/AFP/jkr/mako)