Reaktionen auf Papst-Wahl "Großes Hoffnungszeichen"

Glückwünsche - und auch Forderungen: Die Wahl des argentinischen Kardinals Bergoglio zum neuen Papst Franziskus ist als starkes Signal der katholischen Kirche begrüßt worden. Es soll ihr neue Perspektiven eröffnen, so die Hoffnung vieler Würdenträger und Politiker.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner 2008 mit dem damaligen Kardinal Jorge Bergoglio

(Foto: REUTERS)

Als ein wichtiges Zeichen der katholischen Kirche ist die erstmalige Wahl eines Lateinamerikaners zum Pontifex weltweit gewürdigt worden. Politiker verbinden mit ihren Glückwünschen die Hoffnung auf den erfolgreichen Einsatz des neuen Papstes Franziskus für Frieden und Menschenrechte. Auch Würdenträger erwarten von dem 76-Jährigen Argentinier viel.

  • UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

"Wir teilen gemeinsame Ziele - vom Einsatz für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte, bis zum Kampf gegen Armut und Hunger, alles wichtige Elemente der nachhaltigen Entwicklung."

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel

"Ich freue mich insbesondere mit den Christen in Lateinamerika, dass nun zum ersten Mal einer der ihren an die Spitze der Katholischen Kirche berufen worden ist. Weit über die katholische Christenheit hinaus erwarten viele von ihm Orientierung."

  • Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner

"Wir wünschen, dass Sie als Kirchenführer eine fruchtbare Aufgabe erfüllen werden, in so großen Verantwortungen im Streben um Gerechtigkeit, Gleichheit, Brüderlichkeit und den Frieden der Menschheit."

  • Frankreichs Präsident François Hollande

Das Land werde getreu seiner Geschichte und den Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit den vertrauensvollen Dialog mit dem Heiligen Stuhl fortsetzen. Dies werde "im Dienst von Frieden, Gerechtigkeit, Solidarität und der Menschenwürde" geschehen.

  • US-Präsident Barack Obama

Er freue sich darauf, mit dem Papst zusammenzuarbeiten, um Frieden, Sicherheit und die Würde aller "Mitmenschen, unabhängig ihres Glaubens" zu stärken, teilte er in einer schriftlichen Erklärung mit.

  • Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Bischofskonferenz

"Das schlichte Glaubenszeugnis seiner ersten kurzen Ansprache und sein Gebet zeigen der Welt: Der Heilige Vater ist bereit, das wichtige Amt und die hohe Verantwortung in tiefem Gottvertrauen zu übernehmen." Der neue Papst zeichne sich durch "sein bescheidenes Auftreten und seine kraftvollen Predigten" aus.

  • Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Bergoglio bringe als erster Papst aus Lateinamerika besondere Erfahrungen mit, die der römisch-katholischen Weltkirche neue Perspektiven eröffnen könnten.

  • Alois Glück, Präsident des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

"Das ist ein programmatisches Signal für eine Kirche, die den Armen nahe ist." Dafür stehe auch die Namenswahl Franziskus. Er sehe in der Papstwahl "ein großes Hoffnungszeichen".

  • Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln

"An den Kardinal Bergoglio habe ich nicht gedacht. Ich hätte mir einen anderen vorgestellt." Es sei aber ein gutes Zeichen, dass der neue Papst ganz anders sei, als er erwartet habe. Bergoglio habe das Format, Papst zu sein. "Der ist uns wirklich geschenkt und der sei uns auch wirklich herzlich willkommen."

  • Kardinal Karl Lehmann, Bischof von Mainz

Die Wahl werde "ein starker Akzent sein für die Weltkirche". Es sei gut, dass ein Nicht-Europäer Kirchenoberhaupt sei. Afrikaner, Asiaten und Menschen anderer Kontinente würden sich nun anders vertreten fühlen. Lehmann lobte die unbefangene Art und den Humor von Papst Franziskus.

  • Georg Ratzinger, Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI.

Er habe mit seinem Bruder Joseph Ratzinger nicht über ihn gesprochen. "Der Name ist nie gefallen." Der 89-Jährige bekannte, dass er Bergoglio nicht "auf meiner Liste hatte".