Rauchverbot total in New York No Smoking im Park

Vorbei der blaue Dunst: In Parks, auf Spielplätzen und an den Stränden New Yorks könnte bald ein umfassender Nichtraucherschutz gelten.

Von Astrid Bischof

Seit sechs Jahren darf in New Yorker Büros nicht mehr geraucht werden. Wer eine Raucherpause einlegen will, muss vor die Tür. Bald ist vielleicht auch das nicht mehr erlaubt: Bald müssen sich Raucher in New York womöglich heimlich in die Büsche schlagen, wenn sie sich eine Zigarette zwischendurch anzünden wollen.

Thomas Farley, der Gesundheitsbeauftragte von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, arbeitet nach eigenen Angaben derzeit mit den zuständigen Behörden an einem Rauchverbot für Parks, Gärten, Strände und öffentliche Plätze. Die geplante Maßnahme ist Teil seiner breit angelegten Strategie, Nichtraucher zu schützen und die Zahl der Raucher, die seit Jahren stetig zurückgeht, weiter zu reduzieren.

Bereits seit 1995 müssen Besucher fast aller New Yorker Bars und Restaurants zum Rauchen vor die Tür gehen, seit 2003 ist das Qualmen auch am Arbeitsplatz, auf Bahnhöfen und in öffentlichen Gebäuden verboten.

Die Auflagen werden eingehalten, das Verbot von Rauchen am Arbeitsplatz ist mittlerweile relativ beliebt bei den Arbeitnehmern. Das lässt die Vermutung zu, dass die Ausweitung des Rauchverbots Teil der Strategie des amtierenden New Yorker Bürgermeisters Michael R. Bloomberg für seine Wiederwahl sein könnte.

Die Sprecherin der Stadtverwaltung Christine C. Quinn möchte allerdings erwirken, dass es vor der Einführung des neuen Verbots Anhörungen gibt. Damit will sie verhindern, dass sich die Raucher ausschließlich diskriminiert fühlen. Für den Fall, dass das neue Verbot kommen sollte, wünscht sie sich, dass darin klar gemacht wird, ob es künftig verboten ist, sich etwa auch auf Gehwegen eine Zigarette anzustecken.

Parks, Spielplätze, Strände

Thomas Farleys Vorhaben steht auf Seite zehn eines 41-seitigen Dokuments mit dem Namen "Take Care New York 2009". Es enthält Vorschläge für die kommenden drei Jahre, um die Gesundheitspolitik der Stadt zu verbessern. Auch die Verhinderung der Ausbreitung von Aids und des Drogen- und Alkoholkonsums sind darin erfasst.

Sollte das neue Verbot tatsächlich in Kraft treten, würde der Platz für New Yorks Raucher langsam knapp. Allerdings zeigten die bisherigen Verbote bereits Wirkung. Rauchten 2002 noch 21,5 Prozent aller Stadtbewohner, sind es jetzt nur noch 6,9 Prozent aller Erwachsenen - rund eine Million Menschen.

Das neue Verbot könnte 1700 Stadtparks, Spielplätze und Erholungsgebiete und die sieben Strände New Yorks betreffen, wie die New York Times in ihrer Online-Ausgabe berichtet.

Tabakindustrie wehrt sich

Jemand, der das geplante Verbot nicht wirklich toll findet, ist David Sutton, der Sprecher des Tabakkonzerns Philip Morris. Das Unternehmen hatte das Rauchverbot für öffentliche Gebäude, Verkehrsmittel und Büros unterstützt. "Ein komplettes Verbot geht aber zu weit", sagt Sutton. "Wir finden, dass das Rauchen im Freien erlaubt sein sollte, außer in ganz bestimmten Bereichen, wie etwa Plätzen, die für Kinder gestaltet wurden."

Viele Raucher sind derselben Meinung wie Sutton, Nichtraucher hoffen auf noch mehr qualmfreie Bereich in New York.

Ganz neu ist die New Yorker Idee nicht, das Rauchen auch im Freien zu untersagen: Derartige Verbote gibt es bereits. Sie sind noch selten, nehmen aber immer weiter zu. Im US-Bundesstaat Kalifornien beispielsweise ist der blaue Dunst in einigen Distrikten bereits aus Parks, von Spielplätzen und Stränden verbannt. Seit 2007 hat Los Angeles sein Rauchverbot, das bereits für Strände galt, auch auf öffentliche Anlagen ausgeweitet. In den Parks von Chicago darf noch geraucht werden, an den Stränden und auf Spielplätzen nicht.