Rätselhafter Tod in London Tetra-Pak-Millionärin Rausing starb an Kokain-Missbrauch

Lernten sich 1980 bereits in einer Entzugsklinik kennen: das Ehepaar Hans Kristian und Eva Rausing.

(Foto: AP)

Die Umstände des Todes von Tetra-Pak-Millionärin Eva Rausing sind geklärt: Kokain-Missbrauch. Die Obduktion bringt noch weitere Einzelheiten des Todesfalls ans Licht.

Kokain zerstörte das scheinbar perfekte Leben des Tetra-Pak-Millionen-Ehepaares Rausing. Eva Rausing sei an Kokain- Missbrauch gestorben, stellte ein Londoner Gericht nun fest. In der Hand der Leiche sei Alu-Folie in der Art gefunden worden, wie sie zum Rauchen von Kokain verwendet werde.

Dass es sich um einen Drogentod handelte, ist bereits seit mehreren Monaten bekannt. Die zum Teil verweste Leiche der 48 Jahre alten Frau war Anfang Juli in ihrer Luxus-Villa im Londoner Stadtteil Chelsea gefunden worden. Das Zimmer war voller Fliegen, der Körper mit Müllbeuteln und Kleidern bedeckt.

Ihr Ehemann Hans Kristian Rausing, Spross des schwedischen Tetra-Pak-Imperiums, hatte die Tote zwei Monate lang in der Wohnung liegen lassen. Er wurde deswegen und wegen Autofahrens unter Drogeneinfluss im August zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Rausing hatte damals vor Gericht erklärt, er könne sich an die Zeit nach dem Tod seiner Frau kaum erinnern. "Ich glaube, seit Evas Tod habe ich eine Art Zusammenbruch erlebt." Er habe versucht weiterzumachen, als ob nichts passiert sei. Eine psychiatrische Untersuchung hat ergeben, dass Rausing traumatisiert gewesen sei, nachdem er die Leiche seiner Frau fand. Daraus lasse sich seine Reaktion erklären, hieß es.

Jahrzehntelange Drogenprobleme

Laut einer Obduktion wurden in Eva Rausings Körper Drogen gefunden, vor allem Kokain. Die Eheleute führten nach außen ein perfektes Leben: vier Kinder, eine liebevolle Ehe. Doch das Paar hatte schon jahrzehntelang Drogenprobleme und war deshalb mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Kennengelernt hatten sich die Rausings 1980 in einer Entzugsklinik. Vor ihrem Tod war Eva Rausing, die aus den USA stammte, zu einer Entziehungskur in ihrer Heimat gewesen. Ende April kehrte sie nach London zurück. Nach Angaben ihrer Eltern hatte sie ihren Mann in die Kur nachholen wollen. Sie soll sich Sorgen um dessen "chaotischen Lebensstil" gemacht haben.